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Elisabeth Musil | Praxiswissen | Fachbeitrag

2 Migration und Asyl in Österreich – Ein statistischer Überblick, 1961–2025

Während Österreich schon seit jeher von Migration geprägt ist, stellt Zuwanderung besonders auch in der jüngeren Geschichte einen wesentlichen Bestandteil der Bevölkerungsentwicklung des Landes dar. Ursprünglich als Rotation von „Gastarbeitern“ angedacht, wurde internationale Zuwanderung nach Österreich seit den 1960er-Jahren zu einer dauerhaften und in den letzten Jahrzehnten aufgrund negativer Geburtenbilanzen alleinigen Komponente des Bevölkerungswachstums. So ist die Bevölkerungszahl Österreichs von 1961 bis 2024 durch Zuwanderung um rund 1,69 Millionen angestiegen. • [Fußnote: Die folgenden Daten über internationale Wanderungen und Bevölkerungsstand stammen von Statistik Austria. Eine statistische Erfassung von Wanderungsbewegungen erfolgte erstmals im Rahmen der Volkszählung 1961 mit der Erhebung des Wohnortes fünf Jahre vor dem Stichtag, anhand dessen allerdings nur ein grobes Bild der Wanderungsbewegungen dargestellt werden konnte. Seit 1996 gibt es eine Wanderungsstatistik, welche die Wanderungsbewegungen aller Gemeinden Österreichs mit dem Ausland statistisch abbildet. Seit 2002 beruht die Wanderungsstatistik auf den An- und Abmeldungen im Zentralen Melderegister. Ein Großteil davon entfiel auf die Zuwanderung ausländischer Staatsangehöriger: Während Österreich in diesem Zeitraum insgesamt 369.000 österreichische Staatsangehörige an das Ausland verlor, belief sich der Wanderungsgewinn an ausländischen Staatsangehörigen auf 2,06 Millionen Personen. Besonders starke Zuwächse waren in den frühen 1970er-Jahren (siehe Abbildung 1) aufgrund gezielter Anwerbung von Arbeitskräften aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei sowie in den frühen 1990er-Jahren infolge des Falles des Eisernen Vorhangs zu verzeichnen. Doch auch seit dem Beginn des neuen Jahrtausends kommt es wieder zu einem verstärkten Zuzug aus dem Ausland, vor allem aus dem östlichen Europa und, aufgrund anhaltender Krisen, wie insbesondere im Jahr 2015 durch Asylsuchende aus Afghanistan und Syrien und 2022 aufgrund des Krieges in der Ukraine.

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