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Skonto
Rechtliche Grundlagen
Individuelle Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern |
Kurzbeschreibung
Der Skonto ist ein Preisnachlass des Verkäufers (üblicherweise 2–3 %) für die vorzeitige Zahlung. Er ist somit vom Zahlungszeitpunkt abhängig (zB „Zahlbar in drei Monaten netto, binnen einem Monat 2 %, binnen zehn Tagen 3 % Skonto”). Wirtschaftlich gesehen ist Skonto der Preis für die Kreditnutzung bzw Vorfinanzierung, die bei der Warenlieferung dem Abnehmer eingeräumt wurde. Außer den anteiligen Zins- und Verwaltungskosten enthält der dem Barpreis zugeschlagene Skonto kalkulatorisch noch eine Prämie für das Kreditrisiko, sodass dem Käufer ein Anreiz für die Zahlung gegeben ist.
Ein Unternehmen gewährt seinen Kunden einen so genannten Kundenskonto; von seinen Lieferanten erhält es einen so genannten Lieferantenskonto.
Position im Einheitskontenplan
Lieferantenskonto
Kontenklasse 3
330–335 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Inland
Kontenklasse 5 bzw 7
580 Skontoerträge auf Materialaufwand bzw 789 Skontoerträge auf sonstige betriebliche Aufwendungen
Kundenskonto
Kontenklasse 2
200–207 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Inland
Kontenklasse 4
Kontonummer: 440–449 Erlösschmälerungen
Position in der Bilanz bzw Punkt in GuV
Lieferantenskonto
Bilanz: Passivseite
D. Verbindlichkeiten
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
GuV: Ertrag
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
b) übrige
Kundenskonto
Bilanz: Passivseite
B. Umlaufvermögen
II Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
GuV: Ertrag
1. Umsatzerlöse
Buchungssätze
Lieferantenskonto
Verbuchung der Eingangsrechnung:
5010 Handelswaren-Verbrauch | 3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen |
2500 Sammelkonto Vorsteuer |
Verbuchung der Zahlung:
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2… Zahlungsmittelkonto |
Verbuchung des Skontos:
3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 5880 Skontoertrag (Lieferantenskonto) |
2500 Sammelkonto Vorsteuer |
Kundenskonto
Verbuchung der Ausgangsrechnung:
2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4000 Umsatzerlöse |
3500 Sammelkonto Umsatzsteuer |
Verbuchung der Zahlung:
2… Zahlungsmittelkonto | 2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Verbuchung des Skontos:
4440 Skontoaufwand (Kundenskonti) | 2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
3500 Umsatzsteuer |
Detailinformation
Sofort gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe werden sowohl beim Verkäufer als auch beim Käufer nicht gesondert gebucht. Vielmehr wird bereits der reduzierte Betrag verbucht.
Nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe werden sowohl vom Verkäufer als auch beim Käufer im Rahmen der Bezahlung der Rechnung gesondert gebucht. Zu beachten ist, dass es dabei zu einer Vorsteuer- bzw Umsatzsteuerkorrektur kommt.
Beim Lieferantenskonti ist zu unterscheiden, ob es sich um nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe für Vorräte oder sonstige Lieferungen handelt. Abhängig davon erfolgt die Verbuchung im Wareneinsatz oder als laufender Aufwand. Beim Ankauf von Gegenständen des Anlagevermögens ist zu beachten, dass der ausgenützte Skonto die Anschaffungskosten reduziert.
Beim Verkäufer stellen nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe immer „Erlösberichtigungen“ dar. Je Erlöskonto gibt es ein entsprechendes Konto „Kundenskonti“. Der Kundenskonto bedeutet für den Lieferanten einerseits eine Verminderung des Zahlungseingangs, eine Reduzierung einer allfälligen Umsatzsteuerverbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt und immer eine Erlösminderung.
Beispiel: Lieferantenskonto
Max Mustermann GmbH kauft am 10. Jänner 2020 beim Lieferanten Handelswaren um 10.000,– netto ein. Folgende Zahlungskonditionen sind vereinbart: zahlbar netto ohne Abzug innerhalb von 30 Tagen; 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von sieben Tagen. Die Zahlung erfolgt innerhalb der Skontofrist.
Verbuchung der Eingangsrechnung:
Konto | Betrag | Konto | Betrag | ||
5010 | Handelswarenverbrauch | 10.000,00 | 3300 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 12.000,00 |
2500 | Sammelkonto Vorsteuer | 2.000,00 |
Am 12. Jänner 2020 überweist Max Mustermann GmbH insgesamt 11.760,– an den Lieferanten; der Skonto beträgt 240,– brutto.
Verbuchung der Zahlung der Eingangsrechnung:
Konto | Betrag | Konto | Betrag | ||
3300 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 11.760,00 | 2… | Zahlungsmittelkonto | 11.760,00 |
Verbuchung des Skontos:
Konto | Betrag | Konto | Betrag | ||
3300 | Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 240,00 | 5880 | Skontoertrag (Lieferantenskonto) | 200,00 |
2500 | Sammelkonto Vorsteuer | 40,00 |
Beispiel: Kundenskonto
Max Mustermann GmbH verkauft am 20. Februar 2020 Waren um 10.000,– netto. Folgende Zahlungskonditionen sind vereinbart: zahlbar netto ohne Abzug innerhalb von 30 Tagen; 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen.
Verbuchung der Ausgangsrechnung:
Konto | Betrag | Konto | Betrag | ||
2200 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 12.000,00 | 4000 | Umsatzerlöse 20 % | 10.000,00 |
3500 | Sammelkonto Umsatzsteuer | 2.000,00 |
Am 23. Februar 2020 überweist der Kunde insgesamt 11.760,– an Max Mustermann GmbH; der Skonto beträgt 240,– brutto.
Verbuchung der Zahlung der Ausgangsrechnung:
Konto | Betrag | Konto | Betrag | ||
2… | Zahlungsmittelkonto | 11.760,00 | 2200 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 11.760,00 |
Verbuchung des Skontos:
Konto | Kontonummer SOLL | Betrag | Konto | Kontonummer HABEN | Betrag |
4440 | Skontoaufwand (Kundenskonti) | 200,00 | 2200 | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 240,00 |
3500 | Umsatzsteuer | 40,00 |