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Vorwort des Herausgebers

Seit ich vor über 20 Jahren das Handbuch zur Arbeitsplatzevaluierung gemeinsam mit dem viel zu früh verstorbenen DI Walter Hutterer aus der Taufe gehoben habe, hat sich in Sachen „Arbeitsplatzevaluierung“ vieles weiterentwickelt und auch verändert. War zum Beispiel zu den Anfangszeiten der Arbeitsplatzevaluierung die Idee der allgemeinen Schutzziele der gesetzlichen Bestimmungen („geeignete Maßnahmen“, „erforderlichenfalls“, „ausreichend“ uÄ), die im Zuge der Evaluierung umzusetzen sind, noch fremdes Neuland, hat sich dieser Zugang des Gesetzgebers – Stichwort Eigenverantwortung des Arbeitgebers – mittlerweile durchaus herumgesprochen. Es ist vor allem in den größeren Betrieben weitgehend bekannt und anerkannt, dass neben den gesetzlichen Mindestforderungen und den Auflagen der Behörden die Arbeitsplatzevaluierung (Ermittlung und Beurteilung der Gefahren mit darauffolgender Maßnahmenfestlegung) das „dritte Standbein“, konkret den dokumentierten betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsschutz, ausmacht.

Dass die Philosophie der Evaluierung und vor allem der Dokumentation derselben neben größerer Freiheit bei der Umsetzung von Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz auch größere Verantwortung des Arbeitgebers und anderer verantwortlicher Personen bedeutet, kann ebenfalls mittlerweile als bekannt vorausgesetzt werden. Und so wurden in den Jahren der Umsetzung des ASchG die erlassenen Verordnungen konsequent im Sinne der Evaluierung konzipiert, der Arbeitgeber ist zuständig für die Ermittlung und Beurteilung von gefährlichen Arbeitsstoffen, muss Maßnahmenprogramme für Lärmbereiche, optische Strahlung und elektromagnetische Felder entwickeln und spezielle Dokumente zum Explosionsschutz erarbeiten bzw erarbeiten lassen.

Das vorliegende Werk kann durchaus als Ergänzung und Weiterführung des Werkes „ArbeitnehmerInnenschutz“ von Forum Media gesehen werden – auf dessen Grundlage werden für die einzelnen Bereiche und Themen im Arbeitnehmerschutz Hilfestellungen und Konzepte angeboten, die den österreichischen Betrieben bei der Planung und Durchführung der Arbeitsplatzevaluierung und in Folge der Dokumentation dieses Prozesses Hilfestellung und Anleitung bieten können. Das Handbuch ist in sechs große thematische Register untergliedert und bietet eine umfassende und aktuelle Anleitung zur Planung, Durchführung und Dokumentation der Arbeitsplatzevaluierung.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der betrieblichen Umsetzung der Forderungen zur Arbeitsplatzevaluierung, die dazu beitragen kann und soll, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeit sicher und ohne gesundheitsschädigende Einwirkungen verrichten können.

Unterschrift_Christian_Schenk

Ing. Mag. Christian Schenk