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9.2 Kältemittel – Geschichtliche Entwicklung
Mit dem Bau der ersten Kältemaschinen im 19. Jahrhundert kamen die unterschiedlichsten Kältemittel zum Einsatz. Stoffe wie zB Ethyl- oder Methylether, Ammoniak, Schwefeldioxid, Kohlenstoffdioxid, Methylchlorid, Ethan, Propan und ISO-Butan waren die ersten Vertreter. Jedoch hatte eine Vielzahl dieser Stoffe enorme Nachteile im Hinblick auf ihre sicherheitstechnischen Eigenschaften. Fast alle waren entweder brennbar, giftig oder ggf auch beides. Als „klassisches Kältemittel“ mit Anwendung bis zum heutigen Tag und großer Verbreitung ist das Ammoniak geblieben. Seine guten thermodynamischen Eigenschaften sind ideal für die Anwendung, zB in der Industrie, auf Schiffen und in Eissportstadien. Bereits 1879 wurden für die lebensmittelverarbeitende Industrie in großer Zahl Ammoniakanlagen von der Firma Karl Linde gebaut. Aufgrund der giftigen Eigenschaften bei Störfällen gibt es jedoch Einschränkungen bei der Verwendung, sodass im Wesentlichen die industrielle Kälteerzeugung in separaten Maschinenräumen als Hauptanwendungsgebiet geblieben ist. Eine Wiederentdeckung durch die Problematik der Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) erlebten die Kohlenwasserstoffe, wie ISO-Butan, welche vor allem in der Kühlschrankfertigung Einzug gehalten haben. Als problematisch bei den genannten Kältemitteln stellt sich der Bereich der kleinen bis mittleren Kühlleistungen im gewerblichen Bereich dar. Durch die Entdeckung der FCKW in den 30er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts erlebte die Kältetechnik allerdings einen großen Durchbruch. Ihre Vorteile, wie einerseits die Ungiftigkeit und Unbrennbarkeit (sie wurden auch als Sicherheitskältemittel bezeichnet), andererseits ihre gute Materialverträglichkeit und günstige thermodynamische Eigenschaften schafften es, die Voraussetzungen für viele Kälte- und Klimaanwendungen im stationären und auch im mobilen Bereich zu erfüllen.