© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at
2.3 Grundlagen der Bilanzanalyse
Unter dem Begriff Bilanzanalyse (Jahresabschlussanalyse) ist das gezielte Aufbereiten, Aufgliedern (Informationsverdichtung) und Auswerten von Unternehmensinformationen mittels Kennzahlen und Kennzahlensystemen zu verstehen, um derart die wirtschaftliche Lage des betreffenden Unternehmens in seiner Gesamtheit beurteilen zu können. Ziel ist die Erlangung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens.
Je nachdem, ob das eigene oder ein fremdes Unternehmen betrachtet wird, spricht man von interner oder externer Bilanzanalyse. Dem internen Analytiker stehen mehr Unternehmensinformationen zur Verfügung als einem externen Analytiker. Letzterer ist in seiner Analyse auf öffentlich zugängliche Informationen, wie den (erweiterten) Jahresabschluss (umfasst Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang), den Lagebericht oder andere vom Unternehmen publizierte Daten beschränkt.
Der Begriff Bilanzanalyse ist insoweit unscharf, als nicht nur die Bilanz an sich, sondern auch die Gewinn- und Verlustrechnung, die Kapitalflussrechnung oder ergänzende Erläuterungen im Anhang und Lagebericht ausgewertet werden. Bei der internen Analyse erweitert sich der zur Verfügung stehende Datenpool entsprechend. In der Literatur werden daher häufig auch die Begriffe Jahresabschluss-(für die externe Analyse) und Betriebsanalyse (für die interne Analyse) verwendet.
Die Aussagekraft der Bilanzanalyse hängt von der Qualität der verfügbaren Daten ab. Eine gute Vorbereitung des Abschlusses sollte • [Fußnote: Siehe im Detail Frage 2.3.3]
- das für den Analysezweck erforderliche Datenmaterial einholen;
- die Vergleichbarkeit mit Material der Vorperiode(n) sicherstellen;
- die Bilanzansätze bereinigen;
- das Ausmaß an vorgenommenen bilanzpolitischen Maßnahmen;
- Anlagen-, Forderungs- und Verbindlichkeitenspiegel analysieren.
Die Aufbereitung des Abschlusses erfolgt durch die Erstellung bzw Ermittlung von:
- Beständedifferenzen- und Bewegungsbilanz
- Prozentbilanz (dh Ermittlung des Anteils von Aktiv- bzw Passivposten in % der Bilanzsumme)
- Prozent-GuV (dh Ermitteln des Anteils von Aufwands- und Ertragsposten in % der GuV-Summe)
- Mittelwerten (zB für das gebundene Vermögen)
- Indexwerten
Daran knüpft die eigentliche Bilanzanalyse an.