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Andrea Kolmitzer | Praxiswissen | Fachbeitrag

8.1 Bestatter/in aus Tradition

Bestattungsunternehmen in ländlichen oder aber auch städtischen Gebieten sind häufig Familienbetriebe, die seit Generationen fortbestehen. Die Familienmitglieder lernen in der Regel bereits in sehr jungen Jahren, wie Verstorbene richtig abgeholt, versargt, versorgt, aufgebahrt und bestattet werden. Sie wachsen damit auf, dass der Papa (seltener die Mama) mitten in der Nacht aufsteht und sich ins Auto setzt, weil jemand gestorben ist und abgeholt werden muss. Für sie ist es normal, dass Verstorbene in hauseigenen Aufbahrungsräumen gereinigt und angekleidet werden, um Angehörigen einen Abschied am offenen Sarg zu ermöglichen. Sie sind es gewohnt, dass Tote im Kühlraum des eigenen Kellers auf ihr Begräbnis warten. Sie lernen quasi nebenbei, welche administrativen, organisatorischen und handwerklichen Tätigkeiten notwendig sind, um eine verstorbene Person unter die Erde zu bringen. Die Haltung, mit welcher Bestatter/innen Hinterbliebenen begegnen, ist ihnen quasi in die Wiege gelegt. Wenn das Interesse vorhanden ist und die innerfamiliären Umstände es erlauben, übernehmen sie häufig den Familienbetrieb.

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