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Albert Scherzer | Glossar

Korrespondenzbankbeziehung

Korrespondenzbankbeziehung ist eine Geschäftsbeziehung, bei der ein Kreditinstitut für ein anderes Institut Bankdienstleistungen erbringt, insbesondere Zahlungsverkehrs- und Kontodienstleistungen, oft über Nostro- und Vostro-Konten. Geldwäscherechtlich gelten Korrespondenzbankbeziehungen als besonders risikorelevant, weil sie den Zugang zum Finanzsystem indirekt vermitteln und Transaktionsketten über mehrere Institute und Jurisdiktionen ermöglichen. Dadurch steigen Risiken der Intransparenz, der Umgehung von Kontrollen und der Nutzung für Verschleierungsphasen. In der Präventionspraxis bedeutet das, dass bei der Begründung einer Korrespondenzbankbeziehung eine vertiefte Prüfung des Partnerinstituts erforderlich ist. Dazu zählen Verständnis von Geschäftstätigkeit und Reputation, Qualität der eigenen Präventionssysteme des Partnerinstituts, Aufsichtsumfeld sowie die Bewertung der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Ebenso wichtig sind klare vertragliche Regelungen, Verantwortungsklarheit, Monitoring-Logik und Eskalationswege. Besondere Sensibilität besteht, wenn die Beziehung grenzüberschreitend ist, wenn Hochrisikostaatenbezug vorliegt oder wenn indirekte Kundenstrukturen über das Partnerinstitut schwer durchschaubar sind. Korrespondenzbankbeziehungen sind damit ein typisches Feld, in dem verstärkte Sorgfalt, dokumentierte Entscheidungsgrundlagen und laufende Überwachung zwingend erforderlich sind.