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Risikoanalyse
Risikoanalyse ist die strukturierte Bewertung von Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken, die als Grundlage für den risikobasierten Ansatz dient. Sie findet auf zwei Ebenen statt. Erstens als unternehmensbezogene Risikoanalyse, in der der Verpflichtete seine Risiken nach Kunden, Produkten, Dienstleistungen, Transaktionsarten, Vertriebskanälen und Länderbezügen identifiziert und gewichtet. Zweitens als fallbezogene Risikoanalyse, in der einzelne Kunden und Geschäftsbeziehungen risikoklassifiziert werden. Risikoanalyse ist kein einmaliges Dokument, sondern ein fortlaufender Prozess, der aktualisiert werden muss, wenn sich Risikoindikatoren ändern, neue Produkte eingeführt werden, neue Länderbezüge entstehen oder externe Rahmenbedingungen wie Sanktionslagen oder Typologieerkenntnisse sich verschieben. Eine rechtlich saubere Risikoanalyse muss nachvollziehbar sein. Sie braucht Kriterien, Gewichtungen, Quellen, Entscheidungslogik und dokumentierte Ergebnisse. In der Praxis steuert sie konkret, welche Sorgfaltspflichten in welcher Intensität angewandt werden, wie Monitoringparameter gesetzt werden, welche Eskalationsschwellen gelten und welche Ressourcen für Kontrollen und Schulungen erforderlich sind. Schwächen in der Risikoanalyse wirken daher systemisch und sind häufig ein Schwerpunkt behördlicher Prüfungen.