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1.1.1 Zurückhaltendes Verhalten
Kinder, die Furchtbares (Gewalt, Vernachlässigung, sexuellen Missbrauch etc) erleben oder miterlebt haben, sprechen ihre bedrückende Situation oft nicht von selbst an. Erwachsene sollten daher besonders aufmerksam sein, Fälle von Gewalt zu erkennen und mit ihren Kolleg:innen darüber zu sprechen. Kindliche Gewaltopfer zeigen sogar häufig die Tendenz, das psychische wie physische Gewaltgeschehen herunterzuspielen und kleinzureden, manchmal sogar zu verleugnen. Sie leiden unter dem Selbstvorwurf, an ihrer Situation selber schuld zu sein, nicht genug zu sein, nicht ausreichend zu leisten etc. Sie übernehmen für ihre missliche Lage viel Verantwortung. Viele zurückhaltende, schüchterne Kinder zeigen auch ein hoch angepasstes Verhalten, überkompensieren, indem sie anderen helfen und sich beispielsweise um Geschwister oder einen unter der Gewalt leidenden Elternteil etc kümmern. In der Helferrolle vergessen sie oft sich selbst. Zurückhaltende, ruhigere Kinder fallen daher oftmals nicht auf und daher auch nicht der Druck eines möglicherweise anhaltenden Gewaltgeschehens, unter dem sie leiden.