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2 Einleitung
In diesem Buch geht es nicht darum, irgendjemanden oder gar einen Berufsstand zu diffamieren oder an den Pranger zu stellen. Aus diesem Grund sind alle Angaben, alle Beispiele und alle Grundbuchsauszüge so weit wie möglich anonymisiert, obwohl das Grundbuch und die Urkundensammlung prinzipiell öffentlich sind und jedermann das Recht auf Einsicht hat. Es geht darum, aufzuzeigen, welche Haftungs- oder Schadensfälle es in meiner 42 Jahre dauernden Praxis bei der Arbeit im Grundbuch bei verschiedenen Bezirksgerichten gegeben hat oder auch gegeben haben könnte, • [Fußnote: Teilweise konnte ich von den Beteiligten nicht erfahren, was wirklich passiert war, weil einfach keiner darüber reden wollte, es war meistens allen viel zu peinlich. Aufgrund der vorgelegten Urkunden und der Grundbuchstände vorher und nachher konnte ich mir aber ein Bild davon machen, was höchstwahrscheinlich passiert war.] um zumindest für den Leser die Entstehung solch einer Haftung oder eines solchen Schadens zu vermeiden, aber auch um darzulegen, was man vorkehren kann, um die Entstehung eines Haftungs- oder Schadensfalles im besten Fall unmöglich zu machen. Es kommt mir sicherlich auch die Tatsache zu Hilfe, dass ich im Laufe meiner Tätigkeit bei insgesamt 20 verschiedenen Bezirksgerichten gearbeitet habe, obwohl in meiner ganzen Laufbahn das Bezirksgericht Sankt Johann im Pongau mein Stammgericht geblieben ist. In jedem Sprengel arbeiten andere Rechtsanwälte und andere Notare, man lernt als Grundbuchsrechtspfleger verschiedene Vorgangsweisen kennen, die man im eigenen Sprengel niemals mitbekommen hätte. Teilweise habe ich in anderen Bezirksgerichten beim Überprüfen der Verträge pfiffige Vorgangsweisen oder Vertragsgestaltungen mitbekommen, die ich allen Vertragserrichtern in meinem Sprengel, die daran interessiert waren, zur Nachahmung empfohlen habe. Allerdings liegt mein Hauptaugenmerk natürlich auf den Daten, die ich aus dem Grundbuch und aus der Urkundensammlung entnehmen konnte, weswegen ich sehr oft nicht in Erfahrung bringen konnte, wer nun tatsächlich den entstandenen Schaden getragen hat, denn hier stoßen wir auf ein großes Problem: es gibt keinen Vertragserrichter, der darauf stolz ist, dass ein Haftungs- oder Schadensfall passiert ist und daher gibt es niemanden, der diese für alle anderen Vertragserrichter eigentlich so wichtigen Fälle weitergibt. Ich möchte daher hiermit versuchen, diese Lücke zu schließen.