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Third Party Cookies
Third-Party-Cookies sind kleine Datenpakete, die von einer Webseite, die ein Nutzer besucht, im Browser gespeichert werden, jedoch nicht direkt von der besuchten Webseite selbst, sondern von einer dritten Partei, etwa einem Werbenetzwerk, einem Tracking-Dienst oder einem Analyse-Tool. Diese Cookies dienen dazu, Informationen über das Verhalten der Nutzer auf verschiedenen Webseiten zu sammeln, um ein umfassendes Profil zu erstellen, das Aufschluss über Vorlieben, Interessen, Kaufverhalten oder Browsing-Gewohnheiten gibt. Sie sind ein zentrales Element des Online-Marketings und werden häufig genutzt, um personalisierte Werbung bereitzustellen, die auf die individuellen Interessen eines Nutzers zugeschnitten ist. Wenn ein Nutzer beispielsweise auf einer Shopping-Webseite nach einem bestimmten Produkt sucht, können Third-Party-Cookies diese Information speichern und dafür sorgen, dass dieser Nutzer später auf anderen Webseiten gezielte Werbung für genau dieses Produkt oder ähnliche Angebote sieht – ein Prozess, der als Retargeting bekannt ist.
Third-Party-Cookies ermöglichen zudem Cross-Site-Tracking, bei dem das Nutzerverhalten über mehrere Webseiten hinweg verfolgt wird, was Werbetreibenden und Analyseplattformen hilft, umfassende Einblicke in Konsum- und Surfgewohnheiten zu erhalten. Trotz ihrer weitverbreiteten Nutzung sind Third-Party-Cookies stark umstritten, da sie erhebliche Datenschutzbedenken aufwerfen. Viele Nutzer fühlen sich durch die umfangreiche Verfolgung ihres Verhaltens überwacht, und es fehlt oft an Transparenz darüber, welche Daten gesammelt werden und wie sie verwendet werden. Infolgedessen wurden sie Ziel zunehmender regulatorischer Maßnahmen, etwa durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU, die strenge Anforderungen an die Einwilligung der Nutzer und die Transparenz bei der Datennutzung stellt. Außerdem haben einige große Browseranbieter wie Apple (Safari) und Mozilla (Firefox) bereits Schritte unternommen, um Third-Party-Cookies standardmäßig zu blockieren, während Google plant, sie in seinem Chrome-Browser bis 2024 ebenfalls abzuschaffen und durch datenschutzfreundlichere Alternativen wie die so genannte Privacy Sandbox zu ersetzen. Die zunehmende Ablehnung von Third-Party-Cookies zwingt Unternehmen und Werbetreibende dazu, neue Technologien und Ansätze zu entwickeln, die datenschutzfreundlicher sind, etwa kontextbezogene Werbung, die sich auf den Inhalt der gerade besuchten Seite stützt, oder die Nutzung von First-Party-Daten, die direkt vom Betreiber der Webseite erhoben werden, die der Nutzer besucht. Third-Party-Cookies stehen somit im Zentrum der Debatte um den Schutz der Privatsphäre im digitalen Raum und die Zukunft der datenbasierten Werbeindustrie. Die DSGVO regelt den Umgang mit Cookies nicht ausdrücklich, beeinflusst jedoch deren Verwendung, da sie die Verarbeitung personenbezogener Daten reguliert. Nach Art 6 DSGVO ist eine Einwilligung des Nutzers nicht erforderlich, wenn die Verarbeitung zur Wahrung berechtigter Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich ist. Da Third-Party-Cookies in der Regel für Tracking und personalisierte Werbung verwendet werden, gehen Experten davon aus, dass diese Ausnahme hier nicht greift. Daher ist für die Nutzung von Third-Party-Cookies in der Regel ein Opt-In erforderlich, bei dem der Nutzer aktiv zustimmen muss, bevor solche Cookies eingesetzt werden. Diese Opt-In-Pflicht ist zudem explizit im Entwurf der ePrivacy-Verordnung vorgesehen, die jedoch noch nicht in Kraft getreten ist.