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Von der Experimentierphase zum kohärenten Einsatz von KI
Viele Unternehmen sind derzeit in einer Sturm- und Drangphase, was KI betrifft. Es geht darum, sich mit der Nutzung von KI intern wie extern zu schmücken. Dabei steht oftmals weniger der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund als vielmehr die Angst, den Anschluss an den Markt und die technische Entwicklung zu verlieren. Entsprechend wird das Thema aus den verschiedensten Bereichen eines Unternehmens getrieben – vom Kundenservice, über das Beschaffungswesen, HR, IT bis hin zur Rechts- und Compliance-Abteilung schweben jedem KI-Use Cases vor, die umgesetzt werden möchten. Das Management gibt zumeist nur die Agenda aus, dass KI (um jeden Preis) eingeführt werden müsse – das Wie bleibt dabei meist offen.
Wer einen Transformationsprozess in der eigenen Organisation umsetzen will, braucht nicht nur viel Überzeugung und Energie, sondern in erster Linie ein methodisches Vorgehen. Um die Vorteile des KI-Einsatzes vollumfänglich realisieren zu können, sollten Unternehmen diese KI-Experimentierphase daher rasch in geordnete Bahnen lenken. Andernfalls droht die Gefahr des Scheiterns, mit einem erheblichen Verlust an Zeit, Geld und Motivation der Beteiligten. Daneben dürfen mögliche rechtliche Konsequenzen und Reputationsschäden nicht unterschätzt werden.
Als ein besonderer Fall eines Digitalisierungsprojekts scheitert die Einführung von KI in Unternehmen häufig aufgrund einer Reihe von Herausforderungen und strukturellen Problemen. Hier sind einige der wichtigsten Gründe:
- Fehlende übergeordnete Strategie: Oft fehlt es an einer klaren Vorstellung davon, wohin die KI-Reise führen soll. Ohne eine präzise Vision, abgeleitete Ziele und eine konsequente Strategie zur Umsetzung von KI-Initiativen bleibt der Transformationsprozess jedoch ziellos und erratisch, wodurch die damit verbundenen Risiken unbeherrschbar werden.
- Isolierte KI-Anwendungsfälle ohne Mehrwert: Viele Unternehmen entwickeln isolierte KI-Projekte oder investieren in KI-Tools und Infrastruktur, ohne ein klares Verständnis der tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten und des Mehrwerts für ihre Geschäftsmodell. Diese fehlende Ausrichtung führt häufig zu ineffizienten Investitionen und begrenztem Nutzen, da die KI-Initiativen keinen Beitrag zu den übergeordneten Zielen des Unternehmens leisten.
- Unzureichende Involvierung und Kommunikation: Erfolgt die Einführung von KI ausschließlich „top-down“ ohne aktive Einbindung des mittleren Managements und der Mitarbeitenden, kommt es häufig zu Widerstand. Führungskräfte müssen die Veränderung aktiv kommunizieren und alle relevanten Stakeholder in den Transformationsprozess miteinbeziehen, um die nötige Akzeptanz zu schaffen. Andernfalls wird der Status Quo oft aus Angst vor Veränderungen verteidigt.
- Mangelhafter fachlicher Austausch: Die erfolgreiche Umsetzung von KI-Projekten erfordert einen fachübergreifenden Ansatz mit kritischem Input aus (fast) allen Unternehmensbereichen. Eine Ansiedlung der Zuständigkeit bei bloß einer Stelle verstellt die Sicht auf die komplexen wirtschaftlichen, organisatorischen, rechtlichen und ethischen Fragen, die der Einsatz von KI mit sich bringt.
- Unzureichendes Monitoring von Zielen und Maßnahmen: Mit der initialen Implementierung von KI im Unternehmen ist es nicht getan. Eine gut formulierte KI-Strategie bleibt wertlos, wenn sie nicht mit messbaren Zielen und regelmäßigen Review-Prozessen unterstützt wird. Ohne kontinuierliche Überprüfung und Anpassung sind KI-Initiativen häufig nicht nachhaltig.
Praxistipp: zentrale Fragen
Vor dem Hintergrund der oben ausgeführten häufigsten Fehlerquellen sollte sich jedes Unternehmen zu Beginn eines jeden KI-Projekts die folgenden drei Fragen stellen:
- Warum soll KI eingeführt werden? (Definition der Ziele)
- Wie sollen die Ziele erreicht werden? (Ableitung der erforderlichen Schritte)
- Was braucht es zur Erreichung der Ziele? (Identifikation der Voraussetzungen)
Um KI erfolgreich zu implementieren, braucht es daher einen systematischen Ansatz, der aus den folgenden vier Elementen besteht:
- Erarbeitung einer KI-Strategie
- Festlegung einer KI-Roadmap
- Schaffung der für eine erfolgreiche KI-Implementierung erforderlichen Grundlagen
- Sicherstellung und Überwachung des Echtbetriebs