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Ulrike Auböck - Bettina Polzinger | Praxiswissen | Fachbeitrag

Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Pflege

„Es gibt nur eins,
was auf Dauer teurer ist
als Bildung: keine Bildung.“
(John F. Kennedy)

Dem lebensbegleitenden Lernen wird in unserer Informations- und Wissensgesellschaft zunehmend eine Schlüsselrolle eingeräumt. Ein erfolgreiches Berufsleben setzt durch kontinuierliche Weiter- und Fortbildung im Sinne des lebensbegleitenden Lernens voraus, dass die Verantwortung für den persönlichen Bildungszuwachs durch Aus-, Fort- und Weiterbildung sowohl jeder Einzelne als auch die entsprechende Organisation trägt.

Das vorliegende Kapitel dient in erster Linie einem Überblick des Nutzers über die Thematik Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Pflege und der Sozialbetreuungsberufe. Häufig gestellte Fragen sollen einer Antwort zugeführt werden.

Ziel dieser Zusammenfassung ist, allen Interessierten durch die Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, der künftigen Anforderungen und Aufgaben in der Pflege und nicht zuletzt durch ein Beispiel eines Steuerungsinstrumentes für die Personalentwicklung, die Mitarbeiterqualifizierung in der Praxis zu fördern. Als immanenter Bestandteil der Bildungskonzeption dient Aus-, Weiter- und Fortbildung der Qualifizierung bzw Weiterqualifizierung der Pflegefachkräfte der Umsetzung des Pflege- und Betreuungsauftrages.

Pflege bedarf spezieller Qualifikationen, die in Österreich innerhalb einer speziellen Ausbildung erworben werden.

Im Rahmen des gesundheits- und gesellschaftspolitischen Wandels entstehen kontinuierlich neue Qualifikationsanforderungen, die es erforderlich machen, durch Ausbildung und berufliche Erfahrung erworbene Kenntnisse und Fähigkeiten zu aktualisieren, zu vertiefen und zu erweitern. Die in der Grundausbildung erworbenen Kompetenzen bilden zwar die Grundlage der Gesundheits- und Krankenpflege, doch ein hoher Spezialisierungsgrad und ständig aktualisiertes theoretisches Pflegewissen erfordern von jeder Pflegekraft als entscheidende Grundlage, verfügbares Wissen zu erneuern und weitere Kompetenzen zu erlangen.

Die kontinuierliche Qualifizierung der Pflegefachkräfte ist als Instrument der Personal- und somit der Qualitätsentwicklung zu verstehen. Eine sowohl ziel- als auch ressourcenorientierte Bildungskonzeption ist als Prozess zu verstehen und unterliegt einer ständigen Adaption und Veränderung.

Insbesondere die Planung von Weiter- und Fortbildungsschwerpunkten muss auf einrichtungsspezifische Gegebenheiten Rücksicht nehmen, weshalb die große Vielfalt an pflegerischen Schwerpunkten erfordert, die weiterführenden Bildungsmaßnahmen zielgerichtet im Sinne der Entwicklung zu vielseitig spezialisierten Teams zu planen.

Unabhängig von der Spezifik der einzelnen Bildungsmaßnahme sollten der Erwerb bzw die Erweiterung fachübergreifender Schlüsselqualifikationen, wie zB Team-, Kommunikations-, Reflexions- und Konfliktfähigkeit, Verantwortungs- und Entscheidungsbereitschaft und Flexibilität, Ziel jeder Bildung sein (Auböck 2017).