© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at
15.3.1 IT-gestützte Dokumentationssysteme und betroffene Personengruppen
Neben den Technikeigenschaften von IT-gestützten Dokumentationssystemen müssen bei der Einführung bzw Umstellung oder auch bei Überlegungen zur Datennutzung immer die Veränderungen und Auswirkungen auf die betroffenen Personengruppen (Pflege, Medizin etc) berücksichtigt werden. Sie alle haben teilweise spezifische, teilweise überlappende Informationsbedürfnisse und dokumentieren schlussendlich die Daten primär zur Sicherung der Patientenversorgung. Ausgehend von diesen Routinedaten sollen in weiterer Folge Datenauswertungen durchgeführt werden. Ob diese Daten auch tatsächlich valide sind und wie gut die Datenqualität ist, hängt unter anderem immer auch von den Personengruppen ab, die die Datenerfassung durchführen. Dabei spielen Wissen, Erfahrungen und eine positive Einstellung eine wesentliche Rolle. Deshalb ist es wichtig, durch Projekttransparenz (Hintergrundüberlegungen) und Wissensvermittlung (Pflegeprozessdokumentation, IT-Kenntnisse) die Akzeptanz solcher Veränderungsprozesse aktiv zu unterstützten und zu stärken. Die betroffenen Personengruppen sollten einerseits über den Wert der Dokumentation für Sekundärdatenanalysen aufgeklärt werden und müssen in der Lage sein, die standardisierte Dokumentation (in Form von Pflegeklassifikationen) bewältigen zu können. Das bedeutet einerseits, dass das Klassifikationssystem praktikabel sein muss und klar definierte Ein- und Ausschlusskriterien aufweisen sollte. Andererseits müssen dem Fachpersonal entsprechende Schulungen angeboten werden, damit die Anwendung des Klassifikations- und Dokumentationssystems verstanden und die zugrunde liegenden Konzepte einheitlich angewendet werden.