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6.6 Mediative Kompetenzen im Gordon-Modell
In der mediativen Kommunikation wird versucht, den Menschen als Ganzes zu betrachten. Dabei gilt als Grundgedanke, dass von jenen Kompetenzen ausgegangen wird, die im einzelnen Menschen vorhanden sind und er ganzheitlich betrachtet wird. Vorrangig gilt es, einen adäquaten und professionellen Umgang mit der Person und der Situation zu finden. Dabei gibt es keine Allgemeingültigkeit. Im Gegenteil, es geht darum, Ideen zu bekommen, um Konflikte kreativ zu lösen. Diese Kreativität gilt es, in der Person zu wecken, damit die Einzelperson an Bekanntes anknüpfen und das vorhandene Wissen erweitern kann, ohne dass von außen Lösungen an die Person herangetragen werden. Die mediative Kommunikation setzt das Vorhandensein einer dritten Person nicht voraus. Sie hat den Anspruch, im Konflikt vermittelnd zu wirken. Einer der beiden Gesprächspartner sollte die Methode anwenden können. Viele Situationen im Alltag machen es notwendig, auch ohne das Einbeziehen eines Dritten einen Weg zu finden und Konflikte zu lösen und zu bewältigen. Eine Möglichkeit bietet das Einnehmen der Metaebene. Es ist die Betrachtung einer Situation aus der Vogelperspektive. Das Einnehmen der Metaebene stellt in einem Konflikt eine große Herausforderung dar. Die sachliche und emotionale Verstrickung in den Prozess erschwert es, den Überblick zu wahren – gleichzeitig können diese Fähigkeiten trainiert werden. Die Metaebene ist Ausdruck von Präsenz sowie Selbstreflexion und setzt ein hohes Maß an Aufrichtigkeit sich selbst und anderen gegenüber voraus (Klappenbach 2011: 45; 65).