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Albert Scherzer | Glossar

Albedo-Effekt

Der Albedo-Effekt bezeichnet das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche, also den Anteil der einfallenden Sonnenstrahlung, der von der Oberfläche reflektiert statt absorbiert wird. Ein hoher Albedo-Wert (Skala 0 bis 1, oder 0 % bis 100 %) bedeutet, dass eine Fläche einen großen Teil des Lichts zurückwirft. Beispielsweise haben frischer Schnee oder weiße Dachflächen eine sehr hohe Albedo von bis zu 0,8–0,9 (80–90 %), während dunkle Oberflächen wie Asphalt oder ein schwarzes Dach nur etwa 0,1 (10 %) erreichen. Durch den Albedo-Effekt bleiben helle, stark reflektierende Flächen kühler, wohingegen dunkle Oberflächen mehr Sonnenenergie aufnehmen und sich stärker erwärmen. In der Photovoltaik spielt der Albedo-Effekt insbesondere bei bifazialen Solarmodulen eine wichtige Rolle. Diese zweiseitig aktiven Module können auch Licht nutzen, das von Boden oder Umgebung reflektiert wird. Ein heller Untergrund (zB Schnee, Sand oder weiße Beschichtung) erhöht die diffuse Einstrahlung auf die Modulrückseite und steigert so den Energieertrag der Anlage. Auch bei Flachdächern mit PV-Anlagen kann ein hoher Albedo-Wert der Dachoberfläche (etwa durch helle Folien) die Modulleistung etwas verbessern. Insgesamt beschreibt der Albedo-Effekt also, wie Reflexionseigenschaften von Materialien die Leistungsfähigkeit von PV-Systemen und auch lokale Temperaturentwicklungen beeinflussen. Der Begriff Albedo stammt ursprünglich aus der Klimaforschung, wo beispielsweise Eis und Schnee durch ihren hohen Rückstrahlwert einen kühlenden Effekt auf das Erdklima haben. In großflächigen PV-Anlagen verändern dunkle Modulfelder lokal die Albedo (mehr Sonnenlicht wird absorbiert statt reflektiert), doch dieser Einfluss ist gering im Vergleich zur positiven Klimawirkung der gewonnenen Solarenergie.