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Albert Scherzer | Glossar

Dünnschicht-Modul

Dünnschicht-Module bestehen aus extrem dünnen, meist nur wenige Mikrometer starken Halbleiterschichten, die auf Glas, Metall oder flexible Substrate aufgebracht werden. Typische Technologien sind amorphes Silizium (a-Si), Cadmiumtellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS). Sie zeichnen sich durch gleichmäßige Oberflächen, geringeres Gewicht und gute Leistung bei diffusem Licht aus. Der Wirkungsgrad liegt zwar unter dem kristalliner Module, doch der Temperaturkoeffizient ist besser, wodurch sich im Gebäudebetrieb stabile Jahreserträge ergeben. Besonders im Bereich gebäudeintegrierter Anwendungen, zB semitransparenter Glaslaminate in Fassaden oder Dachoberlichtern, bieten Dünnschicht-Module architektonische Vorteile. Ihre flexible Gestaltbarkeit erlaubt großflächige, homogene Designs. Nachteile sind teils höhere Degradation und geringere Nennspannungen, weshalb die elektrische Planung differenziert erfolgen muss. In Österreich sind Dünnschichtsysteme als Bauprodukte nach der EU-Bauprodukteverordnung CE-kennzeichnungspflichtig; Cd-haltige Varianten unterliegen zusätzlich den Entsorgungsvorschriften des Altstoffsammelsystems (Elektroaltgeräteverordnung). Bei der Montage ist auf Substratverträglichkeit, thermische Ausdehnung und sichere Verkabelung zu achten. Dünnschicht-Module benötigen bei Flachdächern besonders stabile, schälfeste Verklebungen oder ballastierte Systeme, da sie selten durchdrungen befestigt werden dürfen.