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Marktstrompreis
Der Marktstrompreis ist der an der Strombörse gebildete Preis für Elektrizität, der durch Angebot und Nachfrage auf dem Großhandelsmarkt bestimmt wird. In Österreich (und weiten Teilen Europas) erfolgt die Preisfindung für Strom vor allem an der EPEX Spot (European Power Exchange) für kurzfristige Lieferungen (Day-Ahead- und Intraday-Markt). Der Marktstrompreis wird in der Einheit Euro pro Megawattstunde (EUR/MWh) angegeben und kann je nach Stunde und Tageszeit, aber auch jahreszeitlich stark schwanken. Überschuss an günstiger Erzeugung (etwa viel PV- und Windstrom an einem sonnigen, windigen Tag) lässt die Preise fallen, während Knappheit (zB abends oder bei geringer erneuerbarer Einspeisung) zu Preissteigerungen führt. Für Betreiber von Photovoltaikanlagen wird der Marktstrompreis relevant, wenn sie ihren Strom direkt vermarkten oder im Rahmen des Marktprämienmodells vergütet bekommen. Anstatt eines fixen Einspeisetarifs orientiert sich die Vergütung dann am aktuellen Börsenpreis: Ist der Marktpreis hoch, erzielt der Anlagenbetreiber mehr Erlös pro kWh, ist er niedrig, fällt der Erlös geringer aus. Dieses System soll Anreize bieten, Strom dann bereitzustellen, wenn er gebraucht wird. Für Endverbraucher spiegelt sich der Marktstrompreis anteilig in den variablen Kosten ihres Stromtarifs wider – allerdings kommen dort noch Netzentgelte, Steuern und Abgaben hinzu. Mitunter kann der Börsenstrompreis sogar negativ werden, wenn ein Überangebot an Strom besteht und kaum Abnehmer vorhanden sind. In solchen Momenten erhalten Abnehmer eine Vergütung für die Stromabnahme, während Erzeuger zahlen müssen – ein seltenes Phänomen, das aber die Volatilität des Marktes verdeutlicht. Insgesamt ist der Marktstrompreis ein Indikator für die kurzfristige Knappheit oder Fülle von Strom im System und ein Signal für Investitionen in Erzeugungskapazitäten.