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Netzstabilität
Netzstabilität bezeichnet die Fähigkeit des Stromnetzes, Spannung und Frequenz innerhalb enger Toleranzen zu halten und auf Schwankungen in Erzeugung und Verbrauch schnell ausgleichend zu reagieren. In Europa bedeutet das konkret, die Netzfrequenz konstant bei 50 Hertz zu halten und die örtlichen Netzspannungen im zulässigen Bereich zu führen. Eine stabile Frequenz erfordert ein Gleichgewicht zwischen eingespeister Leistung und entnommenem Verbrauch: Bei Überangebot an Strom steigt die Frequenz an, bei Unterversorgung sinkt sie. Um dies auszugleichen, kommen automatische Regelsysteme und Reservekraftwerke zum Einsatz, die binnen Sekunden bis Minuten Leistung ab- oder zuschalten (Primär- und Sekundärregelung). Auch die Spannungshaltung ist Teil der Netzstabilität. Hier spielen Transformatoren mit Regelstufen, Kondensatoren oder Phasenschieber sowie moderne Leistungselektronik eine Rolle, um das Spannungsniveau trotz wechselnder Lasten und Einspeisungen konstant zu halten. Insbesondere in Verteilnetzen mit vielen Photovoltaik-Anlagen können zur Mittagszeit hohe Einspeisungen zu Spannungsanstieg führen – dem begegnet man durch regelbare Ortsnetztransformatoren oder die Bereitstellung von Blindleistung durch Wechselrichter. Netzstabilität setzt zudem ein gewisses Maß an Systemträgheit voraus: Genügend rotierende Masse in Großgeneratoren oder Ersatzsysteme (zB Batteriespeicher mit Frequenzstützung) sorgen für eine Pufferwirkung, die plötzliche Störungen abfedert. In Österreich arbeiten Verteilnetzbetreiber und der Übertragungsnetzbetreiber (APG) eng zusammen und nutzen Systemdienstleistungen wie Regelenergie, um auch bei stark schwankender erneuerbarer Erzeugung die Netzstabilität aufrechtzuerhalten und Blackouts vorzubeugen.