© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at
Protektionismus
Protektionismus beschreibt wirtschaftspolitische Maßnahmen, die den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz schützen sollen. Im Bereich der Photovoltaik zeigt er sich in Zöllen, Importquoten, Förderprioritäten für europäische Hersteller oder CO2-Grenzausgleichsmechanismen. Diese Instrumente sollen die strategische Unabhängigkeit der EU fördern, führen aber kurzfristig oft zu höheren Preisen und eingeschränkter Auswahl. Für Bauherren und Planer in Österreich bedeutet das, dass bei Projektausschreibungen Herkunfts- und Nachhaltigkeitskriterien an Gewicht gewinnen. Produkte aus EU-Fertigung könnten in Zukunft bevorzugt werden, was vorgeblich zu stabileren Lieferketten und kürzeren Transportwegen führen soll. Andererseits besteht das Risiko, dass die Preisvorteile asiatischer Hersteller schwinden. Protektionistische Maßnahmen können auch Innovation fördern, indem sie regionale Forschung und Entwicklung stärken. Für Ausschreibungen empfiehlt sich daher die Einbeziehung von Lebenszykluskosten, CO2-Bilanz und Wartungszugänglichkeit anstelle reiner Anschaffungspreise. Unternehmen sollten Preisgleitklauseln und Lieferzeitpuffer einplanen, um Marktschwankungen auszugleichen.