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Albert Scherzer | Glossar

Stand der Technik

„Stand der Technik“ bezeichnet den Entwicklungsstand fortschrittlicher technischer Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen, der zu einem gegebenen Zeitpunkt als bewährt und angemessen gilt. Es ist das, was in einer Branche aktuell als bestmögliche und gleichzeitig verfügbare Technik angesehen wird und sich in der Praxis bewährt hat. Dieser Begriff wird häufig in Gesetzen, Normen und Vorschriften verwendet, um Anforderungen an Sicherheit, Umweltverträglichkeit oder Qualität zu formulieren – beispielsweise muss eine Anlage „nach dem Stand der Technik“ errichtet und betrieben werden. Der Stand der Technik ist ein dynamischer Maßstab, der sich mit dem Fortschritt weiterentwickelt. Was vor 20 Jahren Stand der Technik war, kann heute überholt sein. Er übersteigt in der Regel die allgemein anerkannten Regeln der Technik (die etablierten Standardverfahren) und nähert sich dem technisch Machbaren an – ohne jedoch rein experimentelle Methoden zu meinen. Oft wird der Stand der Technik durch aktuelle Normen, Richtlinien und Fachpublikationen konkretisiert. In Österreich findet der Begriff in vielen Rechtsbereichen Anwendung (Umweltrecht, Anlagensicherheit, Elektrotechnik etc.), um sicherzustellen, dass bei Bau, Produktion oder Betrieb stets die modernsten, sichersten und umweltfreundlichsten Methoden eingesetzt werden. Beispielsweise wird in der Elektrotechnik heute der Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern als Stand der Technik betrachtet – etwas, das vor Jahrzehnten noch nicht üblich war. Insgesamt zwingt die Forderung nach dem Stand der Technik Unternehmen dazu, ihre Anlagen und Prozesse laufend an bewährte technische Neuerungen anzupassen, um gesetzlichen Vorgaben zu genügen und Haftungsrisiken zu vermeiden.