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Albert Scherzer | Glossar

Überlastung

Überlastung im elektrischen Sinn liegt vor, wenn ein Bauteil oder Stromkreis mit mehr Strom oder Leistung belastet wird, als für ihn ausgelegt ist. Das klassische Beispiel ist ein Stromkreis im Haushalt, an den zu viele Geräte gleichzeitig angeschlossen sind: Die Leitungen und die zugehörige Sicherung sind beispielsweise für 16 Ampere dimensioniert, aber durch gleichzeitigen Betrieb mehrerer starker Verbraucher fließen plötzlich 20 Ampere. Diese Überlast führt dazu, dass die Leitungen sich übermäßig erwärmen und die Sicherung (Schmelzsicherung oder Leitungsschutzschalter) nach kurzer Zeit auslöst, um schlimmere Folgen zu verhindern. Im Unterschied zum Kurzschluss (extrem hoher Strom in sehr kurzer Zeit) handelt es sich bei Überlast um einen mäßig erhöhten Strom über einen längeren Zeitraum. Sicherungen lösen bei Überlast daher nicht sofort, sondern zeitverzögert aus – kurze Stromspitzen werden toleriert, anhaltende Überlastungen hingegen zuverlässig abgeschaltet. Überlastungen können nicht nur in Hausinstallationen auftreten, sondern auch in elektrischen Maschinen oder Transformatoren, wenn diese über ihre Nennleistung hinaus beansprucht werden. Mögliche Folgen – falls keine Schutzabschaltung erfolgt – sind ähnlich wie bei Überhitzung: Isolation wird beschädigt, Komponenten altern schneller oder versagen. Daher ist es wichtig, elektrische Anlagen korrekt zu dimensionieren und mit Schutzorganen auszustatten. Auch moderne Photovoltaik-Wechselrichter drosseln bei drohender Überlast ihre Einspeisung automatisch, um das Netz zu schützen. Insgesamt ist die Überlastung ein Zustand, den Sicherungs- und Schutzsysteme erkennen und abwehren sollen, bevor es zu einem Schaden kommt.