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Neu Dokument-ID: 1103638

Georg Effenberger - Daniel Krätschmer | Muster | Unterweisungsvorlage

3.2 Arbeiten im Freien

Unterweisungshilfe für: Arbeiten im Freien

Bezeichnung/Kurzbeschreibung

… [Firmenname/Type]

Standort

… [zB alle Arbeiten im Freien]

Normaler Betrieb

Was kann passieren?/Was ist zu tun?

Belastung durch Hitze

  • Bei Temperaturen von 30 °C kann der Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit (Reaktionsgeschwindigkeit, Koordinationsfähigkeit) bereits 25 % betragen, bei 35 °C ist bereits mit 50 % Leistungseinbuße zu rechnen. Dadurch wird die Hitze – ähnlich wie die Ermüdung – zum Risikofaktor. Hauptgrund dafür ist der Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen. Bei Flüssigkeitsmangel wird das Blut dickflüssiger, das Schlagvolumen des Herzens nimmt ab, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur steigen – auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (leicht verdauliche Getränke, KEIN Alkohol, keine eisgekühlten Getränke) achten. Bei mehr als 30 °C Lufttemperatur und mittelschwerer bis schwerer Arbeit soll alle 20 Minuten ca 1/4 Liter Flüssigkeit zum Ausgleich des Schweißverlustes getrunken werden über 40 °C dieselbe Flüssigkeitsmenge alle zehn Minuten.
  • Zusätzlich auftretende hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt die Belastung, da die Kühlung des Organismus über Schwitzen nicht mehr gut funktioniert. Als Faustformel gilt: Eine Luftfeuchtigkeit von 60 % entspricht einer Erhöhung der Temperatur um 5 °C bei normaler Luftfeuchtigkeit (ca 40 %).
  • Eine weitere Belastung entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung (= Wärmestrahlung) – nach Möglichkeit im Schatten arbeiten bzw Schattenspender aufstellen.
  • Bei zu großer Hitzebelastung kann ein Hitzschlag auftreten!

Belastung durch UV-Strahlung

  • Zuviel UV-Strahlung schädigt die Haut und Augen. Kurzfristige Anzeichen sind der Sonnenbrand und Hornhautentzündungen. Mittel- und langfristig können Hautkrebs und Grauer Star oder Katarakt die Folge sein. Eine weitere Folge von zuviel UV-Strahlung sind die Schädigung des Immunsystems, dh man wird anfälliger für andere Krankheiten – Arbeiten möglichst im Schatten ausführen (Sonnensegel, Schirme …) einsetzen.
  • Eine erhöhte UV-Strahlungsbelastung liegt vor, wenn der UV-Index den Wert „Fünf“ erreicht oder übersteigt. Der aktuelle UV-Index sowie auch der prognostizierte UV-Index für die nächsten Tage können dem Internet (www.uv-index.at) oder Teletext entnommen werden.
  • Verstärkte UV-Strahlung tritt besonders in den Monaten April bis September zwischen 11 und 15 Uhr auf. Erhöht ist sie auch in der Nähe von reflektierenden Oberflächen (Wasser, Schnee, Foliendächer) und in den Bergen.
  • UV-Strahlung ist auch bei bewölktem Himmel vorhanden!
  • Nie länger als unbedingt notwendig in der Sonne bleiben und die Mittagssonne meiden
  • Zum Schutz der Augen sollen UV-Schutzbrillen getragen werden, die vor allem den UVA-Anteil herausfiltern und keine Einstreuung von der Seite oder von hinten zulassen. UV-Schutzbrillen sollen nicht zu sehr verdunkeln (Unfallgefahr!).
  • Schutz durch Kleidung gegenüber Schutz durch Creme bevorzugen
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden
  • Die dann gültige Schutzzeit ergibt sich aus der Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor
  • Exponierte Stellen (zB Nasenrücken, Stirn, Ohren, Nacken, Lippen) reichlich eincremen

Hauttyp

1

2

3

4

Körperliche Merkmale

Haut

Sehr hell

Hell

Hellbraun

Braun, oliv

Sommersprossen

Stark

Selten

Keine

Keine

Haar

Rötlich

Blondbraun

Dunkelblond, braun

Dunkelbraun

Augen

Blau

Blau, grün, braun

Grau, braun

Dunkel

Reaktionen auf die Sonne

Sonnenbrand

Immer stark schmerzhaft

Immer stark schmerzhaft

Selten, mäßig

Kaum

Bräunung

Keine, nur Rötung

Kaum, Haut schält sich

Durchschnitt

Schnell, tief

Eigenschutzzeit

5–10 min

10–20 min

20–30 min

30–40 min

Belastung durch Ozon

  • Bodennahes Ozon wirkt als Reizgas auf die Atemwege. Für die Wirkung von Ozon auf den Menschen sind vor allem drei Faktoren maßgeblich:
    • Konzentration,
    • Dauer der Einwirkung und
    • Ausmaß der körperlichen Anstrengung. Je größer die Anstrengung, desto intensiver die Atmung, und je intensiver die Atmung desto höher das eingeatmete Luftvolumen.
  • Ozon ist jedoch eine unbeständige chemische Verbindung. Es zerfällt bei Kontakt mit anderen Stoffen und Oberflächen sehr schnell wieder zu „normalem“ Sauerstoff.
  • Bei hohen Ozonwerten sollten körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien möglichst vermieden werden. Grenzwertüberschreitungen werden im Rundfunk verlautbart.

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