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Berührungsschutz
Berührungsschutz umfasst alle konstruktiven und technischen Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Personen oder Tiere durch das Berühren elektrischer Teile einen Stromschlag erleiden. Man unterscheidet dabei zwischen dem Schutz bei direktem Berühren und indirektem Berühren. Direktes Berühren bezeichnet den unmittelbaren Kontakt mit spannungsführenden Teilen im Normalbetrieb, wohingegen indirektes Berühren sich auf den Kontakt mit normalerweise nicht unter Spannung stehenden leitfähigen Teilen (zB Gerätegehäusen) bezieht, die erst infolge eines Fehlers (etwa einer defekten Isolation) Spannung führen. Maßnahmen des Berührungsschutzes sorgen dafür, dass sowohl im Normalfall als auch im Fehlerfall keine gefährlichen Berührungsspannungen auf menschliche oder tierische Körper einwirken. Zum Schutz vor direktem Berühren werden aktive Teile vollständig isoliert, verkapselt oder durch Abdeckungen und Barrieren unzugänglich gemacht. So werden beispielsweise Leiteradern in Kabeln von einer isolierenden Hülle umgeben, und Schaltschränke oder Verteilanlagen besitzen geschlossene Gehäuse mit ausreichend hoher Schutzart (zB IP2X), damit spannungsführende Elemente nicht mit Fingern oder Werkzeugen erreicht werden können. Zum Schutz bei indirektem Berühren kommen Erdungs- und Abschaltmaßnahmen zum Einsatz: Gefährliche Berührungsspannungen an einem Gerätegehäuse im Fehlerfall werden durch eine schnelle automatische Abschaltung der Stromzufuhr (zB über Sicherungen oder FI-Schutzschalter) oder durch besondere Schutzsysteme (Schutzerdung, Potentialausgleich, Schutzisolierung etc) verhindert. Beispielsweise zählen auch einfache Vorkehrungen wie Kindersicherungen in Steckdosen oder isolierte Werkzeuge beim Arbeiten an elektrischen Anlagen zum Berührungsschutz, da sie das Risiko eines Kontakts mit gefährlicher Spannung reduzieren.