© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at
Elektrizitätswirtschaft
Unter Elektrizitätswirtschaft versteht man den gesamten Wirtschaftssektor, der sich mit der Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Vermarktung von elektrischem Strom befasst. Dazu zählen einerseits die technischen Infrastrukturen – Kraftwerke, Stromnetze auf Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene, Transformatoren – und andererseits die wirtschaftlichen Akteure wie Stromerzeugungsunternehmen, Netzbetreiber und Stromlieferanten. Die Elektrizitätswirtschaft ist für die Versorgung von Haushalten, Industrie und öffentlichen Einrichtungen mit elektrischer Energie verantwortlich und gilt als kritischer Bereich der Daseinsvorsorge. In Österreich war die Stromversorgung lange Zeit durch regionale Monopole der Landesenergieversorger geprägt. Seit der Liberalisierung des Strommarktes (eingeleitet durch EU-Vorgaben ab 1999 und umgesetzt im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz, ElWOG) herrschen jedoch Wettbewerb im Stromvertrieb und entbündelte Netzstrukturen. Das Übertragungsnetz wird heute von der APG (Austrian Power Grid, Teil des Verbund-Konzerns) betrieben, während regionale Verteilernetzbetreiber für die lokale Verteilung sorgen. Die Regulierungsbehörde E-Control überwacht den Markt und die Netzbetreiber, setzt Tarife für Netzdienstleistungen fest und stellt sicher, dass alle Marktteilnehmer die Spielregeln einhalten. Wichtige Ziele der Elektrizitätswirtschaft sind eine sichere, nachhaltige und effiziente Stromversorgung (Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit). So wird etwa angestrebt, den steigenden Anteil erneuerbarer Energien ins Netz zu integrieren, Netze auszubauen und zugleich die Strompreise für Endkunden bezahlbar zu halten. Im österreichischen Sprachgebrauch umfasst der Begriff Elektrizitätswirtschaft sowohl die technischen Belange der Stromversorgung als auch die organisatorisch-rechtlichen Rahmenbedingungen dieses Sektors.