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Fehlerschutz
Fehlerschutz bezeichnet die Summe der Schutzvorkehrungen, die bei einem Fehlerfall vor elektrischem Schlag schützen – insbesondere beim so genannten indirekten Berühren von leitfähigen Geräteteilen, die infolge eines Defekts spannungsführend geworden sind. Anders als der Basisschutz, der vor gefährlichem Stromfluss im Normalbetrieb schützt, greift der Fehlerschutz, wenn eine Isolation versagt oder ein anderer Fehler auftritt. Typischerweise bedeutet dies, dass berührbare Metallteile eines Geräts (Gehäuse, Gestell) im Fehlerfall keinen länger gefährlichen Schritt- oder Berührungsstrom verursachen können, weil Schutzmaßnahmen eine schnelle Abschaltung oder Spannungsbegrenzung bewirken. In den meisten konventionellen Netzsystemen wird dies durch Schutzerdung und automatische Abschaltung der Stromzufuhr erreicht: Das betreffende Gehäuse wird mit einem Schutzleiter (Erde) verbunden, sodass im Fehlerfall ein hoher Fehlerstrom fließt, der eine Sicherung oder einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) sofort auslösen lässt. Diese „Nullung“ bzw Schutzerdung sorgt dafür, dass die Berührungsspannung auf ein ungefährliches Niveau absinkt. Alternativ oder ergänzend kommen andere Fehlerschutz-Maßnahmen zum Einsatz: etwa die Schutzisolierung (Schutzklasse II), bei der eine doppelte/verstärkte Isolierung das Berühren spannungsführender Teile auch im Fehlerfall verhindert, oder die Schutzkleinspannung (SELV/PELV), bei der von vornherein nur ungefährlich niedrige Spannungen an berührbaren Teilen anliegen. Auch Isolationsüberwachungssysteme in IT-Netzen oder die Schutztrennung durch Trenntransformatoren zählen zu Fehlerschutzmaßnahmen. Die österreichischen Vorschriften schreiben vor, dass in jeder Anlage mindestens eine geeignete Fehlerschutzmaßnahme angewendet werden muss (§ 4 Elektroschutzverordnung 2012). Dadurch wird sichergestellt, dass ein einzelner Fehler nicht unmittelbar zu einem lebensgefährlichen Stromschlag führt. Der Fehlerschutz bildet zusammen mit dem Basisschutz (und ggf einem Zusatzschutz wie einem 30 mA FI für bestimmte Anwendungsfälle) das mehrstufige Sicherheitssystem der Elektrotechnik.