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Anna-Maria Jukičić | Praxiswissen | Fachbeitrag

5.4.1 Auswirkungen des naBe-Aktionsplans auf den Hoch- und Tiefbau

Allgemeines

Die Herausforderungen des Klimawandels und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Ressourceneinsatzes erfordern ein tiefgreifendes gesellschaftliches und ökonomisches Umdenken. Insbesondere der ressourcen- und emissionsintensive Bausektor steht vor der Hürde, sozial- und umweltgerechte Nachhaltigkeitskriterien in seine Abläufe einzubauen. Die öffentliche Hand nimmt als zentrale Nachfragestelle der österreichischen Volkswirtschaft hierbei eine Schlüsselrolle ein. • [Fußnote: Der Untersuchungszeitraum fand hier von 2015 bis 2020 statt. https://www.parlament.gv.at/fachinfos/rlw/Nachhaltige-oeffentliche-Beschaffung (abgerufen am 20.03.2025.)]  Mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen von ca EUR 67 Mrd – 18 % des österreichischen BIP – übt der Staat, einschließlich seiner ausgegliederten öffentlichen Einrichtungen, • [Fußnote: Darunter fallen alle ausgegliederten staatlichen Unternehmen wie auch Sozialversicherungsträger.]  einen erheblichen Einfluss auf den Markt aus. Dadurch ist es ihm zugleich möglich, gezielt Anreize für eine nachhaltige Entwicklung zu setzen. Das Gesamtvolumen gliedert sich dabei zu 24 % auf den Bund, zu 14 % auf die Länder und zu 18 % auf die Gemeinden auf. Die restlichen Prozent fallen den ausgegliederten Gebietskörperschaften und den Sozialversicherungsträgern zu. • [Fußnote: https://www.ankoe.at/wp-content/uploads/2024/03/ANKOE_Verlag-Oesterreich_WIFO-Studie.pdf (abgerufen am 08.04.2025).]  Diese Zahlen verdeutlichen die Wichtigkeit der öffentlichen Beschaffung als wirtschaftliches Gestaltungsfeld. Um dieser gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, verfolgt die Europäische Union bereits seit den frühen 2000er Jahren eine strategische Neuausrichtung der öffentlichen Beschaffung. Öffentliche Aufträge sollen nicht mehr nur der Bedarfsdeckung dienen, sondern auch politische Zielsetzungen fördern. Die Europäische Kommission hat daher alle Mitgliedstaaten aufgefordert, nationale Aktionspläne für nachhaltige Beschaffung zu entwickeln, um Vergabeprozesse stärker an Umwelt- und Sozialkriterien auszurichten.

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