© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at
4.2.2 Mindestanforderung an die Alternativleistung
Der öffentliche Auftraggeber oder die vergebende Stelle hat in den Ausschreibungsunterlagen Mindestanforderungen für den alternativen Lösungsansatz festzulegen (§§ 96 Abs 2 bzw 266 Abs 2 BVergG 2018). Wie streng die Mindestanforderungen festgelegt werden, liegt im Ermessen des öffentlichen Auftraggebers oder der vergebenden Stelle. • [Fußnote: BVA 18.7.2012, N/0061-BVA/02/2012-19, bbl 2012/236 (Keschmann) = RPA-Slg 2013/17 = VIL-Slg 2012/71 = ZVB-LSK 2012/51.] Es ist nicht ausreichend als Mindestanforderung die Gleichwertigkeit der Alternativleistung zur ausgeschriebenen Leistung festzulegen. • [Fußnote: BVA 4.4.2013, N/0013-BVA/14/2013-31, A9 Phyrn Autobahn Vollausbau Bosrucktunnel Generalerneuerung Bestandsröhre, bbl 2013/158 (Keschmann) = RPA 2013, 229 (Essletzbichler/Lauchner) = ZVB 2013/68 (Lesniak).] In formeller Hinsicht gelten für Alternativangebote die gleichen Bestimmungen wie bei Hauptangeboten. Die festzulegenden Mindestanforderungen betreffen daher Eigenschaften, die die ausgeschriebene Leistung kennzeichnen und denen die angebotene Leistung zu genügen hat. • [Fußnote: VwGH 26.11.2010, 2008/04/0027, 0036, bbl 2011/69 = ecolex 2011/75 (Primosch) = JusGuide 2011/11/1920 (VwGH).] Nur durch die Festlegung dieser Mindestanforderungen entsteht die Möglichkeit der Vergleichbarkeit zur ausgeschriebenen Leistung. • [Fußnote: EuGH 16.10.2003, C-421/01, Traunfellner, Slg 2003, I-11.941 = RPA 2003, 304 (Latzenhofer) = ZER 2004/296 = ZVB 2004/10 = ZVB-LSK 2004/12 = ZVB-LSK 2004/13.] Die Gleichwertigkeit der alternativ angebotenen Leistung hat der jeweilige Bieter nachzuweisen.