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FORUM Media (red) - Erich Rosenbach | Muster | Technische Checkliste

7.4.1 Vorüberlegungen – Erkennen von Abfallvermeidungspotenzialen

Erkennen von Abfallvermeidungspotenzial

Vorbemerkung: Das Abfallvermeidungspotenzial im Betrieb kann anhand verschiedener Mengengrößen festgestellt werden. Eine Einschätzung erfolgt etwa durch:

  • Ermittlung der Abfallmengen
  • Ermittlung der Entsorgungskosten je Abfallart (die Reihung der Abfallarten anhand ihrer Entsorgungskosten zeigt grundsätzlich die größten Einsparungspotenziale auf)
  • Überprüfung wichtiger Betriebsbereiche:
    • Des Einkaufs
    • Der Produktion
    • Der Beziehung zum Kunden/Verbraucher

Erkennen von Abfallvermeidungspotenzial im Einkauf

Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten des Produktes

Anmerkung: Es sollte nicht nur isoliert der Einkaufpreis betrachtet werden, sondern auch der gesamte Lebenszyklus des Produktes (des Rohstoffes, inkl seiner Verpackung) im betrieblichen Geschehen bis hin zur Entsorgung.

Optimierungen mit Lieferanten:

  • Qualität der vereinbarten Lieferung/Leistung
    • Lieferform (zB granuliert, in Lösung etc)
    • Produktqualität
    • Verpackung
      (Ebenso sollte die Größe der Verpackungseinheiten sowie deren Lizenzierung angesprochen werden: Sack – Big Bag – Container – Kleinemballage – Fass – Tank etc oder die Möglichkeit des Einsatzes von Mehrwegsystemen)
  • Möglichst exakte Liefermengen
    (Vermeidung nicht benötigter bzw allfällig unverwendbarer Mengen)
  • Die mögliche Weiter- oder Wiederverwendung der gebrauchten Verpackungen bzw Rückstände aus Transport und Lagerung
  • Nutzung von Rückgabemöglichkeiten
    (zB von leeren Tonerbehältnissen und gebrauchten Druckertrommeln an den Lieferanten)

Erkennen von Abfallvermeidungspotenzial in der Produktion

Überlegungen hinsichtlich der Verbesserung der Produktionsverfahren

Rückführung in die Produktion von:

  • Produktionsrückständen
  • Mengenüberschüssen
  • Fehlchargen
  • Rücklieferungen
  • Nebenerzeugnissen

Veränderungen der Produktionsverfahren:

  • Automatisierung
  • Minimierung der Produktionsrückstände
  • Eventueller Technologiewechsel

Prüfung, ob bestimmte anfallende Materialien als Nebenprodukte marktfähig sind

Anmerkung: Auch die innerbetriebliche Verwendung der Rückstände bzw deren Wiederverwendung beim Lieferanten oder sonstigen Dritten ist unbedingt zu überprüfen.

Erkennen von Abfallvermeidungspotenzial in der Kunden-/Verbraucherbeziehung

Optimierung der Liefervereinbarungen mit dem Kunden/Verbraucher zur Beachtung einer möglichst abfallvermeidenden Lieferung (Produkt und Verpackung, zB Mehrweg)

Vereinbarung von Service-/Wartungsverträgen

Prüfung, ob Miete vorteilhafter ist als Kauf etc

Wichtige Hinweise für die getrennte Sammlung im Betrieb

Konzipieren eines benutzerfreundlichen Sammelsystems für alle Beteiligten

Standortwahl: rasche Zugänglichkeit und kurze Distanzen (die primären Sammelbehälter müssen am Anfallort des Abfalls stehen)

Deutliche Kennzeichnung oder Beschriftung aller Sammelbehälter: es empfiehlt sich dabei eine Anlehnung an die aus dem Haushaltsbereich erprobten Farbleitsysteme und Piktogramme für verschiedene Abfallfraktionen

Sekundäre Sammelstellen:

  • Möglichst kurze Wege
  • Regelmäßiger Abtransport gewährleistet

Im Nahebereich der sekundären Sammelstellen (Müllinseln im Betrieb) stehen Personen bereit, die Zuordnungsfragen klären können.

Tertiäre Sammelstellen (von dort holt der Entsorger ab) sind mit dem Entsorger abgesprochen.

Anmerkung: Dabei sind sowohl die innerbetrieblichen Transportverhältnisse als auch der Abtransport der Abfälle aus dem Betriebsgelände zu beachten.

Anforderungsprofile der Sammelbehälter ergeben sich aus den Gefahrenpotenzialen der Abfälle; das Behältervolumen aus der Abfallmenge und dem Entleerungsintervall, ggf sind Kennzeichnungsvorschriften aus dem Gefahrgutrecht (ADR) zu berücksichtigen.

Abfallsammelbehälter sollten so platziert sein, dass sie auch gut eingesehen werden; insb sollen tertiäre Sammelstellen nicht unbeaufsichtigt und gänzlich frei zugänglich sein. Für verschüttete flüssige Abfälle sind geeignete Bindemittel vorzusehen.

Welche Abfälle sollen/müssen getrennt erfasst und verwertet werden?

Sortenreine Erfassung/Sammlung

Anmerkung: Eine sortenreine Erfassung/Sammlung erleichtert die Abfallverwertung. Insbesondere folgende Abfallgruppen sind in Erwägung zu ziehen:

  • Baurestmassen
  • Gefährliche Abfälle (Problemstoffe); Altöle
  • Verpackungen
  • Biogene Abfälle
  • Sonstige Altstoffe, die in Verwertungsschienen eingebracht werden können (zB Altmetalle, Glas, Kunststoffe etc)

Informationen über Verwertungsmöglichkeiten

Informationen über Verwertungsmöglichkeiten können an folgenden Stellen eingeholt werden:

  • Vorlieferant
  • Entsorger
  • Betreiber von Verwertungsanlagen
  • BMK; Ämter der Landesregierungen (Umweltabteilungen, Amtssachverständige)
  • Umweltbundesamt
  • Abfallwirtschaftsverbände
  • Ingenieurbüros, Ingenieurkonsulenten (Ziviltechniker)
  • Wirtschaftskammern
  • Internet