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Projektziele für ein NISG 2026-Umsetzungsprojekt
Die Projektziele für ein KMU (kleines oder mittleres Unternehmen), das als wichtige Einrichtung gilt, sollten auf die spezifischen Anforderungen der NIS-2-Richtlinie und des NISG 2026 zugeschnitten sein und gleichzeitig den begrenzten Ressourcen und Kapazitäten eines KMU Rechnung tragen. Nachstehend ein Vorschlag für präzise und erreichbare Projektziele:
Projektziele für ein NIS-2-Umsetzungsprojekt in einem KMU
1. Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
- Ziel: Sicherstellen, dass das Unternehmen die Vorgaben der NIS-2-Richtlinie und des NISG 2026 vollständig erfüllt
- Ergebnis: Nachweis der Compliance durch eine interne Prüfung oder ein Audit sowie die Bereitstellung der erforderlichen Dokumentationen und Berichte für Behörden
2. Aufbau eines Risikomanagementsystems
- Ziel: Etablieren eines strukturierten Risikomanagementsystems, das Risiken für IT-Systeme und Geschäftsprozesse identifiziert, bewertet und minimiert
- Ergebnis: Erstellung eines Risikoregisters mit priorisierten Maßnahmen zur Risikominderung und kontinuierlicher Überwachung
3. Implementierung grundlegender Sicherheitsmaßnahmen
- Ziel: Einführung von praktikablen und skalierbaren technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen
- Technisch: Implementierung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), Verschlüsselung und Sicherheitsupdates
- Organisatorisch: Entwicklung eines Notfallplans und Schulung der Mitarbeiter
- Ergebnis: Erfüllung der Mindestanforderungen der NIS2-Richtlinie, um die Sicherheit der Netz- und Informationssysteme zu gewährleisten
4. Aufbau eines Vorfallsmanagements
- Ziel: Einführung eines Systems zur Erkennung, Analyse und Meldung von Sicherheitsvorfällen gemäß den gesetzlichen Anforderungen
- Ergebnis: Meldung von Sicherheitsvorfällen innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Fristen, einschließlich Frühwarnung binnen 24 Stunden, Meldung binnen 72 Stunden und Abschlussbericht binnen eines Monats
5. Etablierung einer Lieferkettensicherheit
- Ziel: Sicherstellen, dass Lieferanten und Dienstleister, die Zugriff auf kritische Systeme oder Daten haben, ebenfalls angemessene Sicherheitsstandards einhalten
- Ergebnis: Überprüfung bestehender Lieferantenverträge und Einführung klarer Sicherheitsanforderungen
6. Aufbau einer Sicherheitskultur
- Ziel: Sensibilisierung der Mitarbeiter für Cybersicherheitsrisiken und Einführung eines Bewusstseins für die Bedeutung von Sicherheitsrichtlinien
- Ergebnis: Durchführung von Schulungen und Sensibilisierungskampagnen sowie Förderung der Mitarbeitermotivation zur Einhaltung der Sicherheitsstandards
7. Effiziente Nutzung von Ressourcen
- Ziel: Sicherstellen, dass die Umsetzung der NIS-2-Anforderungen im Rahmen der bestehenden finanziellen und personellen Ressourcen erfolgt, ohne Registrierung, Governance, Nachweisführung und Kernprozesse zu gefährden
- Ergebnis: Identifikation von kosteneffizienten Lösungen, die den Sicherheitsanforderungen entsprechen, ohne die Kernprozesse des Unternehmens zu beeinträchtigen
8. Schaffung von Dokumentationsstandards
- Ziel: Aufbau einer zentralen und revisionssicheren Dokumentation der Sicherheitsmaßnahmen und -prozesse
- Ergebnis: Bereitstellung von Compliance-Dokumentationen, Registerdaten, Selbstdeklaration, Risikobewertungen, Auditberichten und Notfallplänen für interne Zwecke und behördliche Anforderungen
9. Vorbereitung auf Audits
- Ziel: Sicherstellen, dass das Unternehmen jederzeit bereit ist, interne Audits sowie behördlich angeforderte externe Nachweise zu bestehen
- Ergebnis: Abschluss eines internen Audits mit einem Maßnahmenkatalog und Vorbereitung auf behördliche Überprüfungen
10. Sicherstellung der Nachhaltigkeit
- Ziel: Aufbau eines Prozesses, der die kontinuierliche Verbesserung der Cybersicherheit auch nach Abschluss des Projekts gewährleistet
- Ergebnis: Einführung eines Mechanismus zur regelmäßigen Überprüfung und Aktualisierung der Sicherheitsmaßnahmen
Beispiel für SMART-Projektziele
SMART (Spezifisch, Messbar, Akzeptiert, Realistisch, Terminiert) formulierte Ziele für ein KMU könnten wie folgt aussehen:
- Risikomanagementsystem einführen:
Bis zum Ende des Projekts wird ein Risikoregister erstellt, das mindestens 90 % der identifizierten Risiken priorisiert und geeignete Maßnahmen definiert. - Sicherheitsmaßnahmen implementieren:
Innerhalb von 6 Monaten wird in allen kritischen Systemen eine MFA und eine regelmäßige Backup-Strategie implementiert. - Vorfallsmanagement einführen:
Bis zum Projektabschluss wird ein Vorfallsmanagementsystem etabliert, das die Meldung erheblicher Cybersicherheitsvorfälle binnen 24 Stunden anstößt, die 72-Stunden-Meldung vorbereitet und den Abschlussbericht binnen eines Monats ermöglicht. - Mitarbeiterschulungen durchführen:
80 % der Mitarbeiter nehmen innerhalb von 3 Monaten an einem Cybersicherheitsschulungsprogramm teil. - Dokumentation bereitstellen:
Alle erforderlichen Dokumentationen (zB Sicherheitsrichtlinien, Auditberichte) werden spätestens 2 Wochen vor der geplanten internen Prüfung fertiggestellt.
Ergebnisse der Phase
Nach Abschluss der Projektvorbereitung und Zieldefinition sollte das KMU über folgende Ergebnisse verfügen:
- Klar formulierte und priorisierte Projektziele
- Ein genehmigter Projektauftrag mit klar definiertem Umfang
- Ein zugewiesenes Projektteam mit klaren Rollen und Verantwortlichkeiten
- Ein erster Maßnahmenplan zur Erreichung der Ziele
- Sicherstellung von Ressourcen für die Umsetzung der Ziele