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Chemikalienmanagement leicht(er) gemacht
Novelle der CLP-Verordnung, diskutierte Vereinfachungen oder Anpassungen beim Sicherheitsdatenblatt: Das Chemikalienrecht stellt Unternehmen stets vor neue Herausforderungen. Wie dabei den Überblick bewahren?
2023: Neue Gefahrenklassen … 2024: Novelle der CLP-Verordnung … 2026: Novelle der Novelle … Was soll das?
Durch eine umfangreiche Novelle der CLP-Verordnung in 2024 sollte sich einiges beim Format und den Inhalten des Kennzeichnungsetikettes ändern. Neue Werbebestimmungen wären detaillierter und würden klarer den online Handel umfassen. Da sich diese Änderungen aber letztlich als zu aufwendig und praxisfern erwiesen, wurde 2025 ein Vereinfachungsprozess eingeleitet. Dieser so genannte Chemikalienomnibus soll im Laufe des Jahres 2026 fertig werden.
Vieles aus 2024 bleibt jedoch unverändert und wird schrittweise in Kraft treten. Auf das kann man sich heute schon vorbereiten. So bleiben die speziellen Regelungen für die digitale Kennzeichnung und wiederbefüllbare Systeme. Auch die beiden Meldeverpflichtungen für Stoffe – das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis – und Gemische – die Meldung an Vergiftungsinformationszentralen – werden unverändert adaptiert.
Bei den Einstufungsregeln bringt die 2024-Novelle manche kleinere Anpassungen, aber auch größere Brocken. Besonders wichtig ist, dass einige neue Gefahrenklassen für hormonschädigende bzw persistente Chemikalien beachtet werden müssen. Das gesamte Paket kommt nicht über Nacht, es sind Übergangs- und Abverkaufsfristen vorgesehen. Viele dieser wurden im Jahr 2025 bereits verlängert und man sollte sie gut kennen, denn sonst wird eine gute und effiziente Planung – wie zB der Logistik oder Bestellung von Etiketten – sehr schwierig.
Lieferketten und Logistik sind jetzt besonders gefordert
Geänderte Rahmenbedingungen bei der Einstufung und Kennzeichnung haben Auswirkungen auf viele Gesetzesmaterien. Das Sicherheitsdatenblatt, zentrales Informationsinstrument für den sicheren Umgang mit Chemikalien, ist eines davon. Es geht aber viel weiter, CLP-Anpassungen tangieren sektorale Gesetzgebungen, das Abfallrecht oder Bestimmungen für diverseste Produkte.
Anpassungen bei Etiketten und Sicherheitsdatenblätter sind aufwendig und kostspielig. Unnötige Kosten entstehen beispielsweise dadurch, dass rechtliche Abverkaufsfristen übersehen und deshalb zu viele Etiketten oder falsche Gebinde bestellt wurden. Noch tiefgreifender können Einstufungsänderungen einer Chemikalie sein und sogar Verbote auslösen. Frühzeitige und professionelle Vorbereitung ist deshalb unerlässlich. Damit verbunden ist nicht nur die Ersparnis von Geld und Zeit, sondern sie ermöglicht eine rechtzeitige Substitution bzw Suche nach Alternativen für bald verbotene Chemikalien.
Chemikalienmanagement geht nicht nebenbei, Profis müssen ans Werk
Ein professionelles Chemikalienmanagement ist für Unternehmen, die Chemikalien nutzen, unerlässlich. Dazu gehört ein effektives Monitoring, das es einem Unternehmen erlaubt, eine Übersicht über die eigenen Rohstoffe zu bewahren. Dabei ist besonders wichtig, die rechtlichen Entwicklungen für jeden Rohstoff einzeln im Auge zu behalten. Das hilft letztlich dabei z., wenn ein Verbot ansteht, rechtzeitig nach Alternativen zu suchen oder gar ein Forschungsprojekt zu starten. Solche Projekte sind üblicherweise aufwendig und können Jahre dauern.
Eine universelle Lösung, die einem auf Knopfdruck sagt, was für welchen Rohstoff genau zu tun ist, gibt es nicht. Da braucht es etwas Erfahrung und Know-how, sowie eine Übersicht über die zahlreichen Informationsquellen. Viele dieser Quellen sind gut, andere nicht. Um deren Aussagekraft zu bewerten, braucht es auch Erfahrung. Wichtig ist zu verstehen, dass viele chemikalienrechtliche Änderungen nicht einfach so geschehen. Solche regulatorischen Prozesse haben normalerweise ihre Abläufe und Muster. Damit kann man diese aktiv beobachten und wenn nötig eingreifen. Für ein Unternehmen kann damit das Risiko, falsch zu investieren, deutlich gesenkt werden.