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Neu Dokument-ID: 418133

Gerda Schönsgibl - Raphael Albert | Praxiswissen | Fachbeitrag

Skonto

Rechtliche Grundlagen

Individuelle Vereinbarung zwischen den Vertragspartnern

Kurzbeschreibung

Der Skonto ist ein Preisnachlass des Verkäufers (üblicherweise 2–3 %) für die vorzeitige Zahlung. Er ist somit vom Zahlungszeitpunkt abhängig (zB „Zahlbar in drei Monaten netto, binnen einem Monat 2 %, binnen zehn Tagen 3 % Skonto”). Wirtschaftlich gesehen ist Skonto der Preis für die Kreditnutzung bzw Vorfinanzierung, die bei der Warenlieferung dem Abnehmer eingeräumt wurde. Außer den anteiligen Zins- und Verwaltungskosten enthält der dem Barpreis zugeschlagene Skonto kalkulatorisch noch eine Prämie für das Kreditrisiko, sodass dem Käufer ein Anreiz für die Zahlung gegeben ist.

Ein Unternehmen gewährt seinen Kunden einen so genannten Kundenskonto; von seinen Lieferanten erhält es einen so genannten Lieferantenskonto.

Position im Einheitskontenplan

Lieferantenskonto

Kontenklasse 3
330–335 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Inland

Kontenklasse 5 bzw 7
580 Skontoerträge auf Materialaufwand bzw 789 Skontoerträge auf sonstige betriebliche Aufwendungen

Kundenskonto

Kontenklasse 2
200–207 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Inland

Kontenklasse 4
Kontonummer: 440–449 Erlösschmälerungen

Position in der Bilanz bzw Punkt in GuV

Lieferantenskonto

Bilanz: Passivseite

D. Verbindlichkeiten

4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

GuV: Ertrag

5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen

8. sonstige betriebliche Aufwendungen

b) übrige

Kundenskonto

Bilanz: Passivseite

B. Umlaufvermögen

II Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

GuV: Ertrag

1. Umsatzerlöse

Buchungssätze

Lieferantenskonto

Verbuchung der Eingangsrechnung:

5010 Handelswaren-Verbrauch

3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

2500 Sammelkonto Vorsteuer

Verbuchung der Zahlung:

3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

2… Zahlungsmittelkonto

Verbuchung des Skontos:

3300 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

5880 Skontoertrag (Lieferantenskonto)

2500 Sammelkonto Vorsteuer

Kundenskonto

Verbuchung der Ausgangsrechnung:

2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

4000 Umsatzerlöse

3500 Sammelkonto Umsatzsteuer

Verbuchung der Zahlung:

2… Zahlungsmittelkonto

2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Verbuchung des Skontos:

4440 Skontoaufwand (Kundenskonti)

2200 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

3500 Umsatzsteuer

Detailinformation

Sofort gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe werden sowohl beim Verkäufer als auch beim Käufer nicht gesondert gebucht. Vielmehr wird bereits der reduzierte Betrag verbucht.

Nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe werden sowohl vom Verkäufer als auch beim Käufer im Rahmen der Bezahlung der Rechnung gesondert gebucht. Zu beachten ist, dass es dabei zu einer Vorsteuer- bzw Umsatzsteuerkorrektur kommt.

Beim Lieferantenskonti ist zu unterscheiden, ob es sich um nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe für Vorräte oder sonstige Lieferungen handelt. Abhängig davon erfolgt die Verbuchung im Wareneinsatz oder als laufender Aufwand. Beim Ankauf von Gegenständen des Anlagevermögens ist zu beachten, dass der ausgenützte Skonto die Anschaffungskosten reduziert.

Beim Verkäufer stellen nachträglich gewährte Rabatte, Skonti oder Nachlässe immer „Erlösberichtigungen“ dar. Je Erlöskonto gibt es ein entsprechendes Konto „Kundenskonti“. Der Kundenskonto bedeutet für den Lieferanten einerseits eine Verminderung des Zahlungseingangs, eine Reduzierung einer allfälligen Umsatzsteuerverbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt und immer eine Erlösminderung.

Beispiel: Lieferantenskonto

Max Mustermann GmbH kauft am 10. Jänner 2020 beim Lieferanten Handelswaren um 10.000,– netto ein. Folgende Zahlungskonditionen sind vereinbart: zahlbar netto ohne Abzug innerhalb von 30 Tagen; 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von sieben Tagen. Die Zahlung erfolgt innerhalb der Skontofrist.

Verbuchung der Eingangsrechnung:

Konto

Betrag

Konto

Betrag

5010

Handelswarenverbrauch

10.000,00

3300

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

12.000,00

2500

Sammelkonto Vorsteuer

2.000,00

Am 12. Jänner 2020 überweist Max Mustermann GmbH insgesamt 11.760,– an den Lieferanten; der Skonto beträgt 240,– brutto.

Verbuchung der Zahlung der Eingangsrechnung:

Konto

Betrag

Konto

Betrag

3300

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

11.760,00

2…

Zahlungsmittelkonto

11.760,00

Verbuchung des Skontos:

Konto

Betrag

Konto

Betrag

3300

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

240,00

5880

Skontoertrag (Lieferantenskonto)

200,00

2500

Sammelkonto Vorsteuer

40,00

Beispiel: Kundenskonto

Max Mustermann GmbH verkauft am 20. Februar 2020 Waren um 10.000,– netto. Folgende Zahlungskonditionen sind vereinbart: zahlbar netto ohne Abzug innerhalb von 30 Tagen; 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen.

Verbuchung der Ausgangsrechnung:

Konto

Betrag

Konto

Betrag

2200

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

12.000,00

4000

Umsatzerlöse 20 %

10.000,00

3500

Sammelkonto Umsatzsteuer

2.000,00

Am 23. Februar 2020 überweist der Kunde insgesamt 11.760,– an Max Mustermann GmbH; der Skonto beträgt 240,– brutto.

Verbuchung der Zahlung der Ausgangsrechnung:

Konto

Betrag

Konto

Betrag

2…

Zahlungsmittelkonto

11.760,00

2200

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

11.760,00

Verbuchung des Skontos:

Konto

Kontonummer SOLL

Betrag

Konto

Kontonummer HABEN

Betrag

4440

Skontoaufwand (Kundenskonti)

200,00

2200

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

240,00

3500

Umsatzsteuer

40,00