Vorwort des Verlages
Generative künstliche Intelligenz verändert den juristischen Arbeitsalltag. Sie kann Sachverhalte strukturieren, Dokumente aufbereiten, Chronologien erstellen, Fragenkataloge entwickeln und Entwürfe für Korrespondenz, Verträge oder Schriftsätze vorbereiten. Ein sprachlich überzeugendes Ergebnis ist jedoch nicht automatisch rechtlich richtig. KI kann unvollständige Informationen übernehmen, Tatsachen ergänzen, Quellen erfinden oder Unsicherheiten verdecken.
Dieses Handbuch zeigt, wie generative KI im juristischen Umfeld sicher, effizient und verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt stehen klare Aufgabenstellungen, präzise Prompts, geeignete Ausgabeformate und eine konsequente Qualitätskontrolle. Gute Prompts trennen dokumentierte Tatsachen, Parteibehauptungen, Annahmen, offene Fragen und rechtlichen Prüfbedarf. Sie verlangen ausdrücklich, keine Tatsachen, Normen, Judikatur, Fristen oder Quellen zu erfinden.
KI unterstützt bei Strukturierung, Vorbereitung und Formulierung. Die rechtliche Beurteilung, Quellenprüfung und verantwortliche Entscheidung bleiben jedoch bei der juristischen Fachperson. Besondere Bedeutung haben Datenschutz, Verschwiegenheit und Datenminimierung. Vertrauliche Informationen dürfen nur verarbeitet werden, wenn dies nach den geltenden rechtlichen, beruflichen und internen Vorgaben zulässig ist.
Die Musterprompts und Checklisten dieses Handbuchs sind als Arbeitsgrundlagen für österreichische Juristinnen und Juristen gedacht. Sie müssen an den konkreten Sachverhalt angepasst und vor jeder Verwendung fachlich geprüft werden.
Ich hoffe, dass Sie dieses Onlinebuch bestmöglich unterstützt, die Möglichkeiten generativer KI mit fachlicher Sorgfalt, kritischem Blick und praktischem Nutzen im juristischen Alltag einzusetzen.
Mit freundlichen Grüßen

DI Ulrike Raich
Geschäftsführerin