Eigenfinanzierung
Bei der Eigenfinanzierung ist der Betreiber der Photovoltaikanlage gleichzeitig der Gebäude- bzw Dacheigentümer. Der Eigentümer errichtet die Anlage auf eigene Kosten und betreibt sie selbst. Der erzeugte Strom kann selbst genutzt oder ins Stromnetz eingespeist und damit verkauft werden.
Da der Abstimmungsprozess bei einem einzelnen Eigentümer bzw einer kleinen Anzahl an Eigentümern leichter ist, ist die Eigenfinanzierung bei Gebäuden mit einer einfachen Eigentümerstruktur wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll. Hierbei kann der Grad der Eigenabwicklung bei Planung, Installation und Betrieb variieren, da sich nicht alle Eigentümer mit sämtlichen Detailfragen befassen möchten.
Bei einer hohen Anzahl an Wohneinheiten mit unterschiedlichen Interessen der Mieter und Eigentümer ist der Abstimmungsprozess deutlich komplexer, und die Umsetzung einer Eigenfinanzierung kann sich sehr beschwerlich gestalten.
Als erster Schritt wird geklärt, welcher Umfang an Eigenmitteln dem Privatinvestor oder Unternehmer für die Finanzierung einer PV-Anlage zur Verfügung steht und welche Vor- und Nachteile eine Eigenfinanzierung mit sich bringt. Denn auch die Finanzierung aus Eigenmitteln kostet, mitunter mehr als jene der Fremdmittelfinanzierung, da das Kapital nicht anderweitig eingesetzt werden kann. Es entstehen so genannte Opportunitätskosten, wenn höhere Renditen als die Kreditzinsen erzielt werden könnten.
Auch das Eigenkapital ist mit Risiko behaftet, denn im Falle eines Verlustes oder einer Liquidation werden Fremdkapitalgeber vorrangig gegenüber Eigenkapitalgebern behandelt, denn Fremdkapital hat im Gegensatz zu Eigenkapital keine Haftungsfunktion. Da jedoch keine zusätzlichen Aufwendungen wie etwa Zinszahlungen oder monatliche Leasingraten anfallen, ermöglicht eine Eigenfinanzierung bei einer hohen Eigenverbrauchsrate auch die Realisierung einer attraktiven Rendite.