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Redaktion FORUM Media | Praxiswissen | Fachbeitrag

Einführung in die Thematik

Das Wohlergehen aller ist nicht nur ein Zeichen von Qualität in Bildungseinrichtungen, es fördert sie auch. Gesundheit in Bildungseinrichtungen umfasst die physische, psychische und soziale Gesundheit von Kindern, Schülern, Erziehern und Lehrkräften im Lern-, Lebens- und Arbeitsfeld Schule und Kindergarten. Je mehr den Beteiligten bewusst wird, dass Gesundheit nicht selbstverständlich, sondern ein fragiler Zustand ist, desto wichtiger wird die Sorge um sie. Je aufmerksamer bemerkt wird, dass unsere Ressourcen und unsere Leistungsfähigkeit auch von der Gesundheit abhängen, desto mehr steht die Förderung der Gesundheit im Vordergrund.

Schulen, Kindergärten und auch andere Bildungseinrichtungen sind durch ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag seit jeher offen für die Anliegen der Gesundheitsförderung und der Prävention. Ihr Engagement lohnt sich, weil sie die einzigen Institutionen in unserer Gesellschaft sind, die alle Kinder und Jugendlichen erfassen. Präventive Aktivitäten wie ärztliche Untersuchungen, Zahnprophylaxe, Sport, Bewegungsförderung und Verkehrserziehung sind nur einige Themen. • [Fußnote: Zur Gesundheitsförderung vgl auch Kapitel 4. In den vergangenen Jahrzehnten ist jedoch eine Vielzahl neuer Themen dazugekommen.

Hinweis:

Gewalt, Vandalismus, Lernstörungen, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Burnout, Verhaltensauffälligkeiten sind nur einige Stichworte und ein Hinweis auf die Zunahme psychosozialer Erkrankungen.

Das Aufkommen dieser Probleme ist die Folge eines schnell vollzogenen gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, von dem Bildungseinrichtungen in besonderer Weise betroffen sind. Kinder, Schüler und auch Erwachsene bringen immer wieder Probleme aus ihrem Umfeld mit in die Bildungseinrichtung, die dem Lehren und Lernen hinderlich sind. Dies bezieht sich insb. auf Kommunikationsformen und Verhaltensmuster, auf die die Bildungseinrichtung reagieren muss, damit der Schulbetrieb weitergeführt werden kann.

Aber nicht nur Probleme von außen erschweren das Unterrichten. Es gibt ebenso gesundheitsschädliche Strukturen und Gewohnheiten, die das Gelingen des Lernprozesses und das Miteinander beeinflussen. Diese reichen von der Gestaltung der Schule und der Partizipation bis zum Klassen- und Schulklima.

Hinweis:

Psychosoziale Belastungsfaktoren sind nicht nur ein Problem für die betroffenen Personen selbst, indem sie ihr Wohlbefinden einschränken, sondern sie haben unmittelbare Auswirkungen auf (vor-)schulische Lern- und Lehrprozesse und wirken sich deshalb zentral auf die Qualität einer Bildungseinrichtung aus.

Die Schule selbst kann durch die Art und Weise, wie Lehrpersonen und Schüler interagieren, durch zu hohe oder auch zu niedrige Leistungsanforderungen sowie durch ihr gesamtes soziales Klima ungewollt dazu beitragen, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen und psychosoziale Belastungen – bei Lehrpersonen wie bei Schülern – entstehen.

Hinweis:

Gesundheitsförderung und Prävention, die dafür sorgt, dass sich Lehrende und Lernende wohl fühlen, schafft die Voraussetzung, um effizient lehren und lernen zu können. Sie muss langfristig angelegt sein und darf nicht punktuell stattfinden.

Die folgenden Beiträge befassen sich mit psychosozialen Belastungsfaktoren und berücksichtigen dabei Aspekte der Verhaltens- und Verhältnisprävention.