Made-in-Europe-Bonus
Der Made-in-Europe-Bonus ist ein zusätzlicher Förderzuschlag für bestimmte Photovoltaik- und Stromspeicherprojekte, bei denen qualifizierte Komponenten mit europäischer Wertschöpfung eingesetzt werden. In Österreich wurde dieser Bonus erstmals beim zweiten Fördercall des Jahres 2025 wirksam und steht auch im Jahr 2026 zur Verfügung. Er soll die Nachfrage nach in Europa hergestellten Komponenten stärken, Lieferketten widerstandsfähiger machen und einen größeren Teil der Wertschöpfung innerhalb Europas halten. Der Bonus kann im Rahmen eines Antrags auf einen Investitionszuschuss für PV-Module, Wechselrichter und einen gemeinsam mit der PV-Anlage beantragten Stromspeicher geltend gemacht werden. Für jede qualifizierte Komponentengruppe erhöht sich der darauf entfallende Investitionszuschuss um 10 %. Werden sowohl geeignete Module als auch ein geeigneter Wechselrichter verwendet, kann sich der Zuschuss für die Photovoltaikanlage somit auf insgesamt bis zu 20 % belaufen. Für einen qualifizierten Stromspeicher ist ein zusätzlicher Zuschlag von 10 % möglich. Voraussetzung ist nicht bloß eine europäische Marke oder der Sitz des Herstellers in Europa. Maßgeblich sind nachgewiesene Fertigungsschritte bzw eine europäische Wertschöpfung im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz. Die Hersteller müssen die Erfüllung der Anforderungen durch eine geeignete Konformitätsbewertungsstelle nachweisen. Qualifizierte Produkte werden in von der EAG-Abwicklungsstelle veröffentlichten Komponentenlisten geführt. Der Bonus muss bereits bei der Antragstellung ausgewählt werden und kann nicht nachträglich beantragt werden. Spätestens bei der Endabrechnung müssen die tatsächlich eingebauten Komponenten anhand der Rechnungen nachgewiesen und in der maßgeblichen Produktliste enthalten sein. Der Made-in-Europe-Bonus ist daher keine allgemeine Herkunftskennzeichnung, sondern ein an konkrete Förderbedingungen und Nachweise gebundener zusätzlicher Investitionszuschuss.