1.7 Rote Flaggen bei Auftrag und Parteien
Warnsignal | Typisches Risiko | Erforderliche Reaktion |
Auftrag wird nur von einer Partei erteilt, der Vertrag soll aber beide Seiten binden | Unklare Rollenverteilung; Interessenkollision; falsche Erwartungen an Beratung und Vertretung | Rolle als Vertragserrichter klarstellen; Umfang des Auftrags und allfällige Vertretung schriftlich dokumentieren |
Eine Partei ist nicht persönlich erreichbar oder kommuniziert ausschließlich über Dritte | Fehlende Willensbildung, Vollmachtsprobleme, Betrugsrisiko | Identität, Vertretungsmacht und Kommunikationsweg prüfen; wesentliche Erklärungen unmittelbar mit der Partei abstimmen |
Unklare wirtschaftliche Verhältnisse, Zeitdruck oder wechselnde Ansprechpartner:innen | Insolvenz-, Vollmachts- und Manipulationsrisiken | Hintergründe erheben; Fristen nicht zulasten der rechtlichen Prüfung verkürzen; Weisungen schriftlich bestätigen lassen |
Beteiligte verstehen die Vertragssprache oder rechtliche Tragweite erkennbar nicht | Aufklärungs- und Belehrungsdefizit; Anfechtungs- und Haftungsrisiko | Verständliche Erläuterung; bei Bedarf Dolmetscher:in beiziehen; Belehrung und Verständnis dokumentieren |
Vertragspartner ist minderjährig, erwachsenenvertreten oder eine Gesellschaft mit unklarer Vertretung | Fehlende Geschäftsfähigkeit oder Vertretungsmacht | Vertretungsbefugnis, Genehmigungserfordernisse und Firmenbuchstand prüfen |
Ungewöhnliche Eile („heute noch unterschreiben“, „Geld sofort auszahlen“) | Umgehung von Sicherungen; Betrug; Fehlentscheidung ohne ausreichende Prüfung | Ursache der Eile erfragen; keine Abkürzung von Prüf- oder Sicherungsschritten; Entscheidung dokumentieren |