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19.05.2026 | Arbeitssicherheit & Brandschutz | ID: 1269639
Ohne funktionierende IT kein Geschäft: Jeder Betrieb braucht heute ein funktionierendes IT-System, vom Gewerbebetrieb bis zum Industrieunternehmen. Viele Unternehmen haben dafür einen eigenen Serverraum. Um sicherzustellen, dass die IT-Anlage zuverlässig ihren Dienst tut, müssen Schadenszenarien eingeschätzt und eingedämmt werden. Ein Brand zählt neben Einbruch und Hackerangriffen zu den gefährlichsten Möglichkeiten. Guter Brandschutz und auch die Brandfrüherkennung, um Schäden möglichst gering zu halten, sind damit zentrale Bestandteile eines Sicherheitskonzepts.
Ein Brand im Serverraum geht oft von einem defekten Gerät aus, etwa einem Netzteil, einem Spannungswandler oder einer Kabelverbindung. Der Defekt löst eine lokale Überhitzung aus: Es beginnt, zu schmoren. Kunststoffe und Platinenmaterial entwickeln Rauch. Vielleicht treten auch kleine Flammen im Gerät auf. Der Rauch zieht nach oben und breitet sich im Raum aus. Die wachsende Hitze wirkt sich auf andere Geräte aus. Auch wenn etwa viele Server-Netzteile mit internen Sicherungen und Schutzschaltungen ausgestattet sind und sich selbst abschalten, wenn ein Kurzschluss erkannt wird: Diese internen Vorrichtungen allein sind kein adäquater Brandschutz für den Serverraum.
Ein Serverraum stellt mit seinen elektrotechnischen Anlagen charakteristische Anforderungen an den Brandschutz. Mögliche Zündquellen in IT-Anlagen können sein:
Beim konkreten Einschätzen der Anforderungen an den Brandschutz hilft der Leitfaden der deutschen Versicherer zur Schadenverhütung bei Systemen der Informationstechnologie. Der Leitfaden gliedert die Brandschutzmaßnahmen, die er für alle Servergrößen empfiehlt, folgendermaßen:
Im Folgenden geht es vor allem um anlagentechnische Maßnahmen.
Zur Brandfrüherkennung im Serverraum empfehlen sich folgende Maßnahmen:
Automatische Brandmelder gehören zu jeder IT-Anlage. Zu den Räumen, in denen solche Brandmelder sinnvoll sind, zählen typischerweise:
Die aufgeführten Räume sind Beispiele: Der Überwachungsbereich ist immer objektbezogen festzulegen. Oft werden Doppelböden und Zwischendecken bei der Planung nicht berücksichtigt. Sie müssen aber in der Regel mit in die Überwachung einbezogen werden, da sich darin erhebliche Brandlasten befinden können, zB sehr viele Kabel im Doppelboden.
Je kleiner der Brand, desto „besser“. Der Schaden an der IT-Anlage kann nur geringgehalten werden, wenn direkt nach der Brandfrüherkennung die (automatische) Löschung einsetzt. Löschmittel bei IT-Anlagen sollten folgenden Anforderungen genügen:
Die genannten Anforderungen an das Löschmittel werden im Wesentlichen nur durch gasförmige Löschmittel erfüllt, zB in:
Die Auswahl des Löschmittels muss objektbezogen entsprechend der Schutzzielbetrachtung festgelegt werden. Wichtig bei der Auswahl der geeigneten Löschanlage ist die Beratung durch eine Firma, die sich auf die Errichtung von Löschanlagen spezialisiert hat, oder durch Sachverständige. Um die Zuverlässigkeit der Anlage zu gewährleisten, ist die Löschanlage durch eine Fachfirma zu installieren und zu warten.
Serverräume können auch vorbeugend durch Sauerstoff-Reduktionsanlagen geschützt werden, wenn das Schutzziel diesen Aufwand rechtfertigt. Diese Anlagen senken den Sauerstoffgehalt in der Raumluft ab, wodurch die Brandentstehung erschwert wird. Sie stellen besondere Anforderungen an den Arbeitsschutz.
Auch wenn eine automatische Löschanlage vorhanden ist, müssen zusätzlich Handfeuerlöscher zur Branderstbekämpfung bereitstehen. Geeignet für IT-Anlagen sind immer CO2-Handfeuerlöscher, weil CO2 völlig rückstandsfrei löscht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, besonders jene der IT-Abteilung, müssen im Umgang mit diesen Feuerlöschern geschult sein, verdrängen sie doch den Sauerstoff aus dem Raum und können damit Personen gefährden.
Guter Brandschutz hält das Risiko eines Brandes im Serverraum geringer und kann damit großen Schaden vom Betrieb abhalten. Neben organisatorischen Maßnahmen und guten Schulungen für die Mitarbeiter:innen ist dabei der anlagentechnische Brandschutz zentral. Er hilft, Bränden vorzubeugen oder – im Fall des Falles – Brände früh zu erkennen, räumlich zu begrenzen und kontrolliert zu löschen. So verringert sich die Bedrohung signifikant und der Brand einer einzelnen Komponente reißt nicht das ganze System in den Abgrund.