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23.06.2026 | Arbeitssicherheit & Brandschutz | ID: 1272950

Die Digitale Belastungsmatrix der Arbeitsinspektion

FORUM Media (mha)

Der Umfang und das Tempo der Digitalisierung verschärfen und erweitern sich laufend. Deshalb hat die Arbeitsinspektion eine Übersicht gängiger Belastungsfaktoren der Digitalisierung auf ihrer Website als „Digitale Belastungsmatrix“ veröffentlicht.

Ausgangspunkt für die Entwicklung der digitalen Belastungsmatrix ist eine Kampagne der Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) von 2023 bis 2025 mit dem Titel „Sicher und gesund arbeiten in Zeiten der Digitalisierung“. Die Kampagne der EU-OSHA thematisierte 5 Schwerpunkte, die sich auch in der digitalen Belastungsmatrix wiederfinden.

Was sind die 5 Themenbereiche der digitalen Belastungsmatrix?

Auf der Website der Arbeitsinspektion werden fünf Themenbereiche im Zusammenhang mit der Digitalisierung der Arbeitswelt angeführt. Sie stellen ein Kernelement der digitalen Belastungsmatrix dar und sollen im Folgenden näher erläutert werden.

Plattformarbeit

Darunter ist jede bezahlte Tätigkeit zu verstehen, die über Onlineplattformen erbracht wird. Die Belastungen hängen von der Qualifikation der Mitarbeitenden ab. Sie unterscheiden sich auch darin, ob die Arbeit vor Ort oder online erbracht wird.

Automatisierung von Aufgaben

Das kann bedeuten, dass es um Robotik aber auch um den Einsatz von künstlicher Intelligenz geht. Die Belastungen sind vielfältig und reichen von Zeitdruck wegen automatisierter Vorgaben über die Restgefahren einer Verletzung bei der Arbeit mit Robotersystemen bis zur digitalen Überwachungsmöglichkeit.

Telearbeit (mobil und hybrid)

Diese Arbeitssysteme sind heute weit verbreitet. Daraus ergeben sich neuartige Belastungen. Beispiele sind Multitasking-Anforderungen, eine Rollenunklarheit und die Verwischung der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben.

Personalmanagement mittels KI

KI-basierte Algorithmen und digital ermittelte Kennzahlen steuern die Geschwindigkeit von Arbeitsprozessen. Belastungsfaktoren können soziale Isolation, intransparente Arbeitsplanung, mangelnde Beteiligung der Mitarbeiter und Arbeitsplatzunsicherheit sein.

Intelligente digitale Systeme

Damit ist die Vernetzung von Geräten, Sensoren, Maschinen und Menschen gemeint. Einerseits können sie helfen, den Gesundheitsschutz zu verbessern, aber gleichzeitig neue Gesundheitsgefahren verursachen. Zu letzterem zählen eine Entfremdung gegenüber der Arbeit, Verringerung sozialer Interaktionen, Machtungleichgewicht und erhöhte Verletzungsgefahren.

Die folgende Abbildung zeigt den Aufbau der digitalen Belastungsmatrix:

Digitale Belastungsmatrix

Bildquelle: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Gesundheit_im_Betrieb/psychische_Belastungen/Digitalisierung_Belastungsmatrix.html; Zugriff: 07.05.2026

Zielgruppen und Anwendung der Matrix

Zielgruppen für die Nutzung des Werkzeugs der digitalen Belastungsmatrix sind alle Personen, die mit der Arbeitsgestaltung von digitalisierten Arbeitssystemen befasst sind. Dazu zählen Arbeitgeber, Präventivfachkräfte, Sicherheitsvertrauenspersonen und Betriebsräte.

Zur Anwendung des Werkzeuges der digitalen Belastungsmatrix wird ein Themenbereich, der im Betrieb wichtig sein könnte, ausgewählt. Nehmen wir an, es geht um die Telearbeit. Es werden die Belastungsfaktoren, die laut Matrix zur Telearbeit zählen, ausgewählt. Die entsprechenden Fenster werden geöffnet und die Informationen (Gestaltungsgrundsätze und Maßnahmen) genauer analysiert und mit der betrieblichen Situation abgeglichen. Danach können Details in der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen berücksichtigt werden.

Fazit

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die digitale Belastungsmatrix ein taugliches Werkzeug zur Vorbereitung der Evaluierung digitalisierter Arbeitssysteme darstellt. Sie dient als Checkliste für den Abgleich mit den möglicherweise vorhandenen digitalen Belastungen in einer konkreten betrieblichen Situation.

Allerdings wird gleich eingangs auf der Website der Arbeitsinspektion festgehalten, dass die Digitale Belastungsmatrix kein Ersatz für die Durchführung der Evaluierung psychischer Belastungen darstellt. Interessierte Unternehmen finden die digitale Belastungsmatrix unter folgendem Link: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Gesundheit_im_Betrieb/psychische_Belastungen/Digitalisierung_Belastungsmatrix.html

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