© FM Forum Business Solutions GmbH
A-1200 Wien, Dresdner Straße 45
E-Mail: kundenservice@forum-media.at


drucken

Achtung Wartungsarbeiten!

Diese Seite ist aufgrund von Wartungsarbeiten am Montag 17. August 2026 von 15:30 bis ca 18 Uhr nicht verfügbar.
Wir danken für Ihr Verständnis!

14.08.2026 | Umwelt & Betriebsanlagen | ID: 1192030

Chemikalienmanagement leicht(er) gemacht

Marko Sušnik

Nach den rechtlichen Änderungen bei der Einstufung und Kennzeichnung aus 2024/25, steht nun schon „CLP-2027“ vor der Tür. Zusätzlich hält das Chemikalienrecht weitere Anpassungen bereit, die man kennen sollte.

Einstufung und Kennzeichnung: Willkommen auf der Achterbahn

Was hat sich bei der Einstufungund Kennzeichnunggeändert?

Wer die CLP-Verordnung näher verfolgt, weiß, dass technische Anpassungen etwas Häufiges sind. Allerdings ist es im Bereich der Einstufung und Kennzeichnung seit 2023 besonders wild. Nebst üblichen technischen Anpassungen wurden neue Gefahrenklassen eingeführt und Händler bekamen konkrete Meldeverpflichtungen an Vergiftungsinformationszentralen. Auch starre Formatvorgaben wurden festgelegt, die binnen kurzer Zeit aber maßgeblich abgeändert wurden.

Vieles aus 2024 bleibt unverändert und wird schrittweise in Kraft treten, allerdings wurden auch die Übergangsregelungen zum Teil abgeändert. Damit hat man für manches mehr Vorbereitungszeit, andere Fristen bleiben unverändert. Einiges ist bereits in Kraft, so beispielsweise die Neuerungen bei beiden Meldeverpflichtungen, der für Stoffe (das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis) und der für Gemische (die Meldung an Vergiftungsinformationszentralen).

Welche Übergangsregelungen sollte man beachten?

Eine wichtige Rolle spielen die Übergangs- und Abverkaufsfristen bei der Einführung der neuen Gefahrenklassen für hormonschädigende bzw persistente Chemikalien. Diese wurden 2023 eingeführt und die ersten Stoffe wurden entsprechend eingestuft. Auf technischer Ebene stehen einige Anpassungen an das internationale GHS (Globally Harmonised System) an, das die Grundlage für unsere CLP-Verordnung ist. Dabei handelt es sich um die Umsetzung der internationalen Adaptierungen der letzten sechs Jahre, also nicht wenig.

All das wirkt sich in den betroffenen Lieferketten auf viele Produkte aus und umso wichtiger ist es zu verstehen, wann was notwendig ist. Grundsätzlich ist eine gute Kenntnis der Übergangsregelungen sehr wichtig, denn nur so ist eine effiziente Planung – wie zB der unternehmensinternen Abläufe, der Logistik oder einfach eine Bestellung von Etiketten – möglich.

Lieferketten und Logistik sind jetzt besonders gefordert

Welche Auswirkungen haben die Änderungen bei Einstufung und Kennzeichnung?

Geänderte Rahmenbedingungen bei der Einstufung und Kennzeichnung haben Auswirkungen auf viele Gesetzesmaterien. Das Sicherheitsdatenblatt, zentrales Informationsinstrument für den sicheren Umgang mit Chemikalien, ist eines davon. Es geht aber viel weiter, CLP-Anpassungen tangieren sektorale Gesetzgebungen, das Abfallrecht oder Bestimmungen für diverseste Produkte. Auch wenn heute klar ist, dass es in absehbarer Zukunft keine grundlegende Änderung der zentralen EU-Chemikalienverordnung REACH geben wird, bleiben trotzdem deren anstehende technischen Adaptierungen und praktische Implementierungsmaßnahmen rund um diese sehr kritisch.

Warum sollte man sich frühzeitig auf die Änderungen vorbereiten?

Anpassungen bei Etiketten und Sicherheitsdatenblätter sind aufwendig und kostspielig. Unnötige Kosten entstehen beispielsweise dadurch, dass rechtliche Abverkaufsfristen übersehen und deshalb zu viele Etiketten oder falsche Gebinde bestellt wurden. Noch tiefgreifender können Einstufungsänderungen einer Chemikalie sein und sogar Verbote auslösen oder ein Entzug einer REACH-Registrierung, der die Verfügbarkeit eines Rohstoffes beenden kann. Frühzeitige und professionelle Vorbereitung ist deshalb unerlässlich. Damit verbunden ist nicht nur die Ersparnis von Geld und Zeit. Sie ermöglicht auch eine rechtzeitige Substitution bzw Suche nach Alternativen für bald verbotene Chemikalien.

Chemikalien-Management braucht Profis

Wozu braucht man ein Chemikalien-Management?

Ein professionelles Chemikalienmanagement ist für Unternehmen, die Chemikalien nutzen, unerlässlich. Dazu gehört ein effektives Monitoring, das es einem Unternehmen erlaubt, eine Übersicht über die eigenen Rohstoffe und die politisch-rechtlichen Entwicklungen zu bewahren. Dabei ist besonders wichtig, die rechtlichen Entwicklungen für jeden Rohstoff einzeln im Auge zu behalten, aber dabei nicht den Überblick zu verlieren. Das hilft dabei zu entscheiden, für welche Stoffe vermutlich bald Alternativen gebraucht werden und wie sich die Regulierung auf ein Forschungsprojekt oder gar auf den Bau einer neuen Betriebstätte auswirken könnte.

Wie gelingt effektives Monitoring?

Eine universelle Lösung, die einem auf Knopfdruck sagt, was für welchen Rohstoff genau zu tun ist oder wie sich eine Gesetzmaterien auf ein Unternehmen auswirken wird, gibt es nicht. Da braucht es etwas Erfahrung und Know-how, sowie eine Übersicht über die zahlreichen Informationsquellen. Viele dieser Quellen sind gut, andere nicht. Um deren Aussagekraft zu bewerten, braucht es auch Erfahrung. Wichtig ist zu verstehen, dass viele chemikalienrechtliche Änderungen nicht einfach so geschehen. Solche regulatorischen Prozesse haben normalerweise ihre Abläufe und Muster. Damit kann man diese aktiv beobachten und wenn nötig eingreifen. Für ein Unternehmen kann damit das Risiko, falsch zu investieren, deutlich gesenkt werden.

Ähnliche Beiträge

In den Warenkorb Aus dem Warenkorb entfernen <h3>Sie haben keine Artikel in Ihrem Warenkorb</h3> spinner Zur Merkliste hinzufügen Aus der Merkliste entfernen