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Albert Scherzer | Glossar

Schutzkontakt

Schutzkontakt (abgekürzt „Schuko“) bezeichnet im Bereich der Elektroinstallation einen speziellen Kontakt für den Schutzleiter an Stecker- und Steckdosensystemen. Der Begriff wird vor allem im deutschsprachigen Raum für das gängige Stecksystem Typ F verwendet, das in Österreich und Deutschland in Haushalten verbreitet ist. Ein Schutzkontaktstecker besitzt neben den beiden stromführenden Polen (Phase und Neutralleiter) einen dritten Kontakt für die Erdung: Dieser besteht aus federnden Metalllaschen an den Seiten des Steckers (bzw entsprechenden Kontaktfedern in der Steckdose) oder – bei bestimmten Bauformen – aus einem mittigen Erdungsstift an der Dose (wie beim französischen Typ-E-/F-kompatiblen System). Sobald der Stecker in die Steckdose eingeführt wird, verbindet der Schutzkontakt als Erstes das Metallgehäuse des angeschlossenen Geräts mit der Erdung der Gebäudeinstallation. Im Normalbetrieb fließt über diesen Schutzleiter kein Strom. Tritt jedoch im Gerät ein Fehler auf (zB ein Isolationsdefekt, sodass ein spannungsführender Leiter ein Metallgehäuse berührt), so leitet der Schutzkontakt den Fehlerstrom sicher gegen Erde ab und bewirkt das Auslösen der Sicherung oder eines Fehlerstromschutzschalters. Hierdurch wird verhindert, dass das Gehäuse gegenüber Erde eine gefährliche Berührungsspannung annimmt. Das Schutzkontaktsystem wurde ab Mitte des 20. Jahrhunderts eingeführt und hat ältere zweipolige Stecker ohne Erdung weitgehend abgelöst, da es einen entscheidenden Sicherheitsgewinn darstellt. In Österreich sind Schutzkontakt-Steckdosen und -Stecker nach ÖVE/ÖNORM EN 50250 und den CEE 7/3- bzw 7/4-Standards genormt. Umgangssprachlich sagt man oft einfach „Schukostecker“ oder „Schutzstecker“, wenn ein Stecker mit Erdungsfunktion gemeint ist. Wichtig ist, dass nur Geräte der Schutzklasse I (mit Metallteilen, die geerdet werden müssen) einen Schutzkontaktstecker besitzen; Geräte der Schutzklasse II (schutzisoliert) dagegen haben bewusst keinen Erdungskontakt. Der Schutzkontakt als solcher ist ein zentrales Element des Fehlerschutzes in allen modernen Stecksystemen, da er gewährleistet, dass Fehlerströme zuverlässig ins Erdreich abgeleitet werden.