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Albert Scherzer | Glossar

Smart Meter

Ein Smart Meter ist ein „intelligenter“ Stromzähler, der im Gegensatz zum herkömmlichen Ferraris-Drehscheibenzähler digital arbeitet und eine Kommunikationsschnittstelle besitzt. Smart Meter erfassen den Stromverbrauch (bzw die Einspeisung bei PV-Anlagen) in kurzen Intervallen und können die Daten automatisch an den Netzbetreiber übermitteln. Dadurch entfällt das manuelle Ablesen; Verbrauchswerte stehen nahezu in Echtzeit zur Verfügung. Dies ermöglicht neue Dienstleistungen wie verbrauchsabhängige Tarife (zB günstigere Strompreise nachts) oder eine zeitnahe Rückmeldung an Kunden über ihren Energieverbrauch. Netzbetreiber profitieren von Smart Metern, indem sie Netzlasten besser prognostizieren, Ausfälle schneller erkennen und Stromdiebstahl oder technische Verluste leichter feststellen können. Technisch bestehen Smart Meter aus einem elektronischen Messwerk und einem Kommunikationsmodul (etwa GPRS/LTE oder PLC – Powerline Communication – übers Stromnetz). In Österreich wurde die Einführung von Smart Metern gesetzlich festgelegt: Bis Ende 2022 mussten mindestens 95 % aller Stromzähler auf intelligente Zähler umgestellt sein. Diese Rollout-Ziele wurden von den Energienetzbetreibern weitgehend erreicht. Dennoch stand die Einführung nicht ohne Kritik: Manche Endkunden äußerten Datenschutz- und Sicherheitsbedenken, weil Smart Meter sehr detaillierte Verbrauchsprofile erheben (zB lässt sich daraus das Nutzungsverhalten im Haushalt ablesen), und es wurden auch Befürchtungen über mögliche gesundheitliche Auswirkungen der zusätzlichen Funkstrahlung geäußert. Als Reaktion darauf bieten österreichische Netzbetreiber teils „Opt-out“-Möglichkeiten an, bei denen der Smart Meter zwar eingebaut ist, aber nur wie ein herkömmlicher Zähler („ohne intelligente Funktionen“) betrieben wird. Insgesamt gelten Smart Meter als wichtiger Baustein für die Modernisierung der Stromnetze (Smart Grids), da sie die transparente Datenbasis für effizientere Netzsteuerung, schnellere Störungsbehebung und eine stärkere Einbindung der Verbraucher schaffen.