Editorial
Im folgenden Heft wird das einem Gesellschafter einer offenen Gesellschaft (OG) zustehende Auseinandersetzungsguthaben nach seinem Ausscheiden als Gesellschafter einer OG dargestellt. Insbesondere stellt der Autor mehrere Varianten der Berechnung der Höhe des Auseinandersetzungsguthabens eines solchen Gesellschafters dar, wie sie in der Praxis auch häufig vorkommen.
Das Auseinandersetzungsguthaben ist jener Betrag, den ein Gesellschafter bei seinem Ausscheiden aus einer offenen Gesellschaft erhält.
Die Höhe des einem Gesellschafters bei Ausscheiden aus einer offenen Gesellschaft zustehenden Auseinandersetzungsguthabens hängt maßgeblich von den Regelungen im Gesellschaftsvertrag ab. Haben die Gesellschafter nichts vereinbart, bestimmt sich die Berechnung der Höhe des Auseinandersetzungsguthabens nach den rudimentären Bestimmungen des Unternehmensgesetzbuchs (UGB).
Die Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens ist oft ein Streitfall beim Ausscheiden eines Gesellschafters, weshalb sich klarstellende Regelungen im Gesellschaftsvertrag empfehlen.
Ziel dieses Hefts ist nicht, den Lesern alle erdenklichen Möglichkeiten von Regelungen über und die Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens, sondern nur einige Varianten möglicher Regelungen im Gesellschaftsvertrag und die darauf aufbauende Berechnung des Auseinandersetzungsguthabens darzustellen, die sich in der Praxis bewährt haben.
Wiederum gilt bei diesem Heft: Die Autoren wollen die Frage der Auseinandersetzung eines Gesellschafters mir seiner Gesellschaft nicht nur in ihren gesellschaftsrechtlichen Aspekten erfassen, sondern auch weitere Gesichtspunkte berücksichtigen, die im Zuge der Auseinandersetzung von Bedeutung sind. Aus ihren praktischen Erfahrungen wissen die Autoren, dass für alle im Zuge einer Auseinandersetzung beteiligten Personen die wichtigste Frage ist: Wie wird das Auseinandersetzungsguthaben berechnet und wie hoch ist es?
Das vorliegende Heft stellt die Auseinandersetzung – auf Basis eines fiktiven Sachverhalts – vor allem aus gesellschafts- und steuerrechtlicher Sicht dar (in Form eines kurzen Textteils vor den Checklisten). Besonders geht dieses Heft aber auf die bei jeder Auseinandersetzung auftauchende Frage der Unternehmensbewertung ein und erklärt auf Basis des fiktiven Sachverhalts auch, wie das Auseinandersetzungsguthaben zu berechnen ist.
In der Ergänzungslieferung von September 2026 werden zudem die Neuerungen hinsichtlich des neuen Fachgutachtens KFS/BW 1, das für alle Bewertungen verbindlich anzuwenden ist, deren Auftrag nach dem 30.06.2026 angenommen wurde, berücksichtigt.
Wie immer enthält dieses Heft auch Checklisten, Muster und Hinweise zu steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen.
Mag. Mischa Blasoni, Rechtsanwalt
Mag. David Gloser, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
Mag. Martin Grill, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer
Mag. Stanislava Doganova, MBA (SSBM Geneva), Consultant