Bifaziales Modul
Ein bifaziales Solarmodul (auch bifaciales Modul genannt) ist ein Photovoltaik-Modul, das auf Vorder- und Rückseite aktive Solarzellen besitzt und somit Licht von beiden Seiten in elektrische Energie umwandeln kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen (monofazialen) Modulen, die nur die Frontseite zur Sonne ausrichten, nutzen bifaziale Module zusätzlich reflektiertes Licht aus der Umgebung. Die Rückseite ist meist durch eine transparente Glasschicht oder Folie geschützt, sodass Licht einfallen kann. Durch diesen Aufbau können bifaziale Module bei geeigneter Installation einen höheren Energieertrag erzielen – insbesondere wenn sich unter oder hinter dem Modul helle, stark reflektierende Flächen befinden (hoher Albedo-Effekt), wie zB Schneeflächen, heller Boden oder weiße Dachfolien. In der Praxis werden bifaziale Module häufig in Freiflächenanlagen eingesetzt: Man montiert sie auf Gestellen mit Abstand zum Boden, sodass diffuse Bodenreflexionen die Rückseite erreichen. Auch vertikale oder nach Osten/Westen geneigte Aufständerungen profitieren, da morgens und abends jeweils eine Seite mehr Licht bekommt. Der Leistungsgewinn durch Bifazialität kann je nach Umgebung und Aufstellwinkel zwischen wenigen Prozent bis zu etwa 20 % Mehrertrag ausmachen. Allerdings müssen Planer die wechselnden Einstrahlungsverhältnisse berücksichtigen und Wechselrichter entsprechend auslegen. Bifaziale Module sind ein Beispiel dafür, wie innovative Technik den Flächenertrag von Photovoltaikanlagen steigern kann, indem sonst ungenutztes indirektes Licht verwertet wird. Auf Hausdächern ist der Nutzen bifazialer Module meist gering, da die Rückseite dort kaum zusätzliches Licht erhält. Ihren größten Vorteil haben sie in Freiland- und Spezialanwendungen mit viel Umgebungslicht – etwa über hellen Untergründen oder als vertikale Zaun-Module.