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Albert Scherzer | Glossar

Netzverlustentgelt

Das Netzverlustentgelt ist eine Gebühr, die die im Stromnetz entstehenden Energieverluste abdeckt. Bei der Übertragung und Verteilung von Strom geht durch Leitungswiderstände ein Teil der Energie als Wärme verloren. Netzbetreiber müssen diese Verluste ausgleichen, indem sie entsprechend mehr Energie beschaffen. Das Netzverlustentgelt dient dazu, die Kosten dieser Ausgleichsenergie zu finanzieren. Es wird in Österreich als verbrauchsabhängiges Entgelt (pro Kilowattstunde Stromlieferung) erhoben und gehört zu den geregelten Systemnutzungsentgelten. In der Praxis bedeutet das, dass alle Stromverbraucher – und auch große Stromerzeuger ab einer bestimmten Größe (über 5 MW Anschlussleistung) – einen kleinen Betrag pro verbrauchter bzw eingespeister Kilowattstunde zahlen, um die Netzverluste zu decken. Üblicherweise liegen die Verluste im Verteilnetz in einer Größenordnung von wenigen Prozent des transportierten Stroms (zB 3–6 %, je nach Netzebene und Leitungslänge). Der konkrete Tarif für das Netzverlustentgelt wird regelmäßig von der Regulierungsbehörde festgelegt und kann je nach Netzgebiet geringfügig variieren, da verschiedene Regionen unterschiedliche Verlustquoten aufweisen. Für Endkunden erscheint dieser Posten separat auf der Stromrechnung. Rechtsgrundlagen für das Netzverlustentgelt finden sich im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz (ElWOG) sowie in der Systemnutzungsentgelte-Verordnung; die aktuellen Tarifwerte werden von der E-Control veröffentlicht. Durch das Netzverlustentgelt wird sichergestellt, dass die unvermeidbaren physikalischen Verluste im Stromnetz solidarisch von allen Netzbenutzern mitgetragen werden und der Netzbetreiber die entstehenden Mehrkosten ersetzt bekommt.