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Albert Scherzer | Glossar

Bitumen

Bitumen ist ein aus Erdöl gewonnenes, thermoplastisches Bindemittel, das im Bauwesen vor allem als Abdichtung gegen Wasser und Feuchtigkeit eingesetzt wird. Auf Flachdächern bildet es eine der gebräuchlichsten Abdichtungslagen, meist in Form von polymermodifizierten Bitumenbahnen (zB SBS- oder APP-Bahnen). Für Photovoltaikanlagen spielt Bitumen eine zentrale Rolle, weil die Dachhaut die Schnittstelle zwischen Unterkonstruktion und Gebäude darstellt. Montagearbeiten erfordern besondere Sorgfalt, um die Abdichtung nicht zu beschädigen. Durchdringungen für Aufständerungen, Kabel oder Blitzschutz müssen mit geprüften Manschetten, Flüssigkunststoffen oder Klebeflanschen ausgeführt werden, um dauerhafte Dichtheit sicherzustellen. Bitumenflächen sind empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und chemischen Unverträglichkeiten, etwa mit Weichmachern aus Kunststoffteilen. Dunkle Bitumenoberflächen können starke Erwärmungen verursachen, was die Modultemperatur und damit den Wirkungsgrad senkt. Eine ausreichende Hinterlüftung oder eine reflektierende Auflage ist daher empfehlenswert. Österreichische Regelwerke wie ÖNORM B 3691 (Flachdächer) und die Flachdachrichtlinien fordern Nachweise zur Windsog- und Druckfestigkeit sowie zur Brandsicherheit (zB Widerstand gegen Flugfeuer). Für ballastierte Systeme ist zudem die statische Bemessung nach ÖNORM B 1991-1-4 erforderlich. Bei Sanierungen sollten Dach- und PV-System aufeinander abgestimmt werden, um Gewährleistungsrisiken zu vermeiden.