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Albert Scherzer | Glossar

Systemdienstleistungsentgelt

Das Systemdienstleistungsentgelt (SDL-Entgelt) ist eine Abgabe, die die Kosten für so genannte Systemdienstleistungen im Stromnetz abdeckt. Systemdienstleistungen sind Hilfsdienste, die zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität erbracht werden – insbesondere das Ausgleichen von Last- und Erzeugungsschwankungen (Frequenzhaltung) durch Regelenergie und die Bereitstellung von Reserveleistung, die nicht durch Ausgleichsenergieentgelte gedeckt ist. In Österreich werden über das Systemdienstleistungsentgelt vor allem die Kosten finanziert, die dem Übertragungsnetzbetreiber (Regelzonenführer) für die sekundäre Regelreserve entstehen: Kraftwerke oder andere Anbieter halten sich bereit, bei Unter- oder Überschuss im Netz innerhalb von Minuten zusätzliche Leistung bereitzustellen oder abzuregeln. Das Systemdienstleistungsentgelt wird als Arbeitspreis pro Kilowattstunde erhoben und ist Teil der regulierten Netzentgelte. Es wird hauptsächlich von großen Stromerzeugern (Anlagen über 5 MW) entrichtet; für Endverbraucher ist es in den allgemeinen Netztarifen enthalten. Es deckt sowohl die Bereitschaftskosten für Reserveleistung als auch einen Teil der Einsatzkosten, soweit diese nicht durch andere Entgelte (Ausgleichsenergie) abgedeckt sind. Insgesamt ist das Systemdienstleistungsentgelt zwar nur ein kleiner Teil der Netzkosten, aber essenziell, um einen sicheren und stabilen Netzbetrieb rund um die Uhr zu gewährleisten.