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Albert Scherzer | Glossar

Mikroschaden

Als Mikroschaden bezeichnet man sehr kleine, oft mikroskopisch feine Beschädigungen an Bauteilen von PV-Anlagen oder elektrischen Komponenten. Typische Beispiele sind Mikrorisse in Solarzellen von Solarmodulen: winzige Risse im Silizium, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Sie entstehen häufig durch mechanische Belastungen – etwa beim Transport, unsachgemäßer Montage oder durch Hagelschlag und hohe Schneelasten – sowie durch Materialermüdung infolge wiederholter Temperaturschwankungen. Auch feine Schäden an Kabelisolierungen oder Steckverbindungen gelten als Mikroschäden, da sie zunächst unbemerkt bleiben können. Trotz ihrer geringen Größe können Mikroschäden erhebliche Auswirkungen haben. Ein Mikroriss in einer Solarzelle kann den elektrischen Stromfluss lokal unterbrechen und dadurch die Leistung des betroffenen Moduls reduzieren. In der Zelle entstehen erhöhte Widerstände, was zu lokalen Überhitzungen (Hot-Spots) führen kann. Solche Hot-Spots belasten das Material zusätzlich und können im Extremfall weitere Schäden bis hin zu Brandrisiken verursachen. Mikroschäden treten schleichend auf, weshalb regelmäßige Inspektionen wichtig sind. In Solarmodulen lassen sie sich zum Beispiel durch Infrarot-Thermografie oder Elektrolumineszenztests aufspüren, da defekte Bereiche als wärmere oder dunkle Zonen sichtbar werden. Reparieren lassen sich Mikrorisse nicht; betroffenes Modulmaterial muss gegebenenfalls ausgetauscht werden. Entscheidend ist daher die Prävention: Sorgfältiger Umgang bei Transport und Installation sowie regelmäßige Wartung helfen, Mikroschäden vorzubeugen und die langfristige Sicherheit und Leistungsfähigkeit einer Photovoltaikanlage zu gewährleisten.