Modultemperatur
Die Modultemperatur bezeichnet die Temperatur eines Solarzellenmoduls im Betrieb. Sie liegt in der Regel deutlich über der Umgebungstemperatur, da ein Teil der einfallenden Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt wird. An sonnigen Sommertagen können PV-Module Oberflächentemperaturen von 60 °C und mehr erreichen. Faktoren wie die Intensität der Sonneneinstrahlung, die Außentemperatur, Windkühlung und die Art der Montage beeinflussen die Modultemperatur. Beispielsweise heizen sich dunkel gefärbte oder dachintegrierte Module stärker auf als freistehende Module mit guter Hinterlüftung. Hersteller geben als typische Betriebszelltemperatur (NOCT – Nominal Operating Cell Temperature) oft etwa 45 °C an, die unter moderaten Testbedingungen erreicht wird. Die Modultemperatur ist ein wichtiger Parameter, weil sie die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Solarmoduls beeinflusst. Solarzellen haben einen negativen Temperaturkoeffizienten: Mit steigender Temperatur nimmt ihre Leistungsabgabe ab. Typischerweise verringert sich die Modulleistung um etwa 0,4 % pro Grad Celsius über 25 °C (dem Standard-Testwert). Wird ein Modul beispielsweise bei 70 °C statt bei 25 °C betrieben, kann dies einen Leistungsrückgang von rund 15–20 % bedeuten. Umgekehrt liefern Module an kühlen, sonnigen Tagen auch etwas mehr als die Nennleistung. Zu hohe Temperaturen belasten zudem Materialien und Verbindungen und beschleunigen Alterungsprozesse (etwa Vergilbung von Kunststoffen im Modul). Module sind zwar meist für Betriebstemperaturen bis rund 85 °C ausgelegt, dennoch achten Planer auf ausreichende Hinterlüftung zur Wärmeabfuhr. Die Modultemperatur ist somit ein entscheidender Faktor für den Ertrag und wird bei Auslegung sowie Leistungsprognosen einer Photovoltaikanlage berücksichtigt.