8.1.1 Einleitung
Die Kernaufgabe von Bildungseinrichtungen ist die Aus- und Fortbildung sowie Betreuung von Menschen. Hierzu gibt es klar definierte Prozesse und Handlungsabläufe. Dennoch können auch in bzw im Umfeld von Bildungseinrichtungen außergewöhnliche Ereignisse eintreten und eine Abkehr vom gewohnten Regelbetrieb erfordern. In diesem Kapitel geht es um solcherlei Ereignisse, die zu einer massiven Störung oder sogar der Unterbrechung des Regelbetriebs führen und allgemein auch als Notfälle oder Krisen bezeichnet werden.
Krisen und Vorfälle psychosozialer Natur (zB Bullying, Cyber-Bullying, Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, Sucht, Schulverweigerung) werden in Teil 7 des Werkes näher erläutert. Allerdings kann es hierbei thematisch zu Überschneidungen kommen. Fragen zum Brandschutz werden in Teil 3, Fragen zum Umgang mit plötzlichen medizinischen Notfällen in Teil 4 des Werkes behandelt.
Ziel dieses Kapitels
Ziel dieses Kapitels ist es, das Thema Krisen- und Notfallmanagement auf eine Ebene herunterzubrechen, damit dieses auch für nicht spezifisch ausgebildete Personen anwendbar ist. Während größere Betriebe und Einrichtungen durchaus über entsprechendes Fachpersonal verfügen, ist das in kleineren Einrichtungen oft nicht der Fall bzw eine weitere Zusatzaufgabe. Auch wenn die Herausforderungen und die Intensität von außergewöhnlichen und krisenhaften Ereignissen je nach Bildungseinrichtung unterschiedlich sein mögen, sind gewisse Grundanforderungen überall ähnlich. Genau diese sollen in diesem Kapitel adressiert werden.Ab einer gewissen Größe der Bildungseinrichtung führt natürlich kein Weg an einer Spezialisierung und Professionalisierung vorbei. Zu den spezifischen Anforderungen dazu gibt es bereits umfangreiche Fachliteratur und auch entsprechende Fortbildungsangebote.
Zweck dieser Auseinandersetzung
Zweck dieser Auseinandersetzung ist es, durch einfache Anregungen Ihre Handlungskompetenzen bzw die Ihres Personals so weit zu stärken, dass in Zukunft außergewöhnliche Ereignisse (noch) besser bewältigt bzw mögliche Schäden vermindert werden können.
Keine hundertprozentige Sicherheit
Egal, wie viel Ressourcen und Aufwand in Prävention und Sicherheit investiert werden – hundertprozentige Sicherheit für alle Personen in einer Einrichtung kann nie garantiert werden. Daher ist die Auseinandersetzung mit außergewöhnlichen Ereignissen und die Vorbereitung auf den Umgang mit Unsicherheit ein wesentlicher Baustein, um das Sicherheitsniveau zumindest möglichst hoch zu halten. Nicht nur die Verhinderung ist wichtig, sondern auch die Bewältigungsfähigkeit, denn wie sich leider immer wieder zeigt, beginnt die eigentliche Krise oft erst mit einer unprofessionellen Bearbeitung des ursprünglichen Auslöseereignisses.